Planungsausschuss drängt auf Information zu möglichen Standorten in Halver

Wohin kommen die Windräder?

Windkraft
+
Windkraftanlage an der Stadtgrenze auf Wipperfürther Gebiet

Wie schafft es die Stadt Halver, ihren Energiebedarf aus regenerativen Quellen zu decken? Mit der Verabschiedung des Klimaschutzkonzepts ist klar, dass an Windenergie kein Weg vorbeiführt. Und absehbar ist, dass die in Aussicht stehenden gesetzlichen Neuregelungen auf Landesebene die Ausgangslage deutlich ändern werden.

Halver - Mehr als eine Stunde diskutierte am Mittwochabend der Planungs- und Umweltausschuss diese Situation und über den Weg, möglichst verträglich an möglichst sauberen Strom zu kommen. Im Ergebnis blieb man zwar einig und einstimmig. Klar war aber, dass zentrale Informationen noch fehlen. Die Fortsetzung der Debatte steht nach der Sommerpause an.

Eine entscheidende Information fehlte Politikern quer durch die Fraktionen in der Vorlage des Kämmerers und Bauleitplaners Markus Tempelmann: Dabei geht es um einen Überblick, welche Standorte auf Halveraner Stadtgebiet überhaupt möglich sind, wenn die Neuregelung des Landes beschlossen wird wie angekündigt. Sie legt einen Abstand von 1000 Metern zur Wohnbebauung fest, und zwar zu Gebieten, die ohnehin von Bebauungsplänen erfasst sind, zu Wohngebäuden im Zusammenhang bebauter Ortsteile, wie es beispielsweise mit Halverscheid, Glörfeld oder Schwenke-Nord der Fall ist, sowie bei Ortslagen, die von Außenbereichssatzungen geschützt sind.

Drei Potenzialflächen

Der von Tempelmann am Mittwoch vorgestellte Plan benannte explizit drei Potenzialflächen: eine Fläche nord-nordöstlich von Schwenke im Bereich des früheren Munitionsdepots, eine weitere östlich von Eickerhöhe und nördlich von Birkenbaum sowie an der Landesstraße 284 nach Wipperfürth auf halber Höhe zwischen der Landesstraße 528 nach Kierspe und dem Abzweig Anschlag.

Zurück ging die Karte allerdings auf Berechnungen des Büros Ökoplan, das Potenzialflächen aufgrund der alten, bisher geltenden Gesetzgebung benannt hatte. Um zu deren Darstellung auch unter der neuen Rechtslage zu kommen, hatte der Kämmerer zugrunde gelegt, dass verschiedene Ortslagen unter den Schutz von Außenbereichssatzungen gestellt werden müssten. Sein erklärtes Ziel dabei: Eine Freigabe des gesamten Stadtgebiets werde zwangsweise zum Wildwuchs der Anlagen führen und das wiederum dazu, dass weder eine Bürgerbeteiligung noch eine Akzeptanz zu erwarten sei. Zugleich werde die Stadt Halver selbst der Möglichkeit beraubt, sich in den Betrieb der Anlagen einzubringen und damit die Wertschöpfung zumindest am Teil vor Ort zu halten. Könnten sich auswärtige Investoren aber in Halver austoben, bräuchten bei bis zu zwei Anlagen die Bürger nicht gefragt zu werden, so seine Argumentation. Der Dreiklang aus Bürgerbeteiligung, Abständen und Wertschöpfung, so sein Credo, sei daher unabdingbar.

„Alle Flächen klar haben“

Dem wollte sich die Politik nicht einmal entgegenstellen. Trotzdem, das machten Vertreter aller Fraktionen klar, bräuchte man erst die ausreichende Informationslage, betonten für die SPD Martin Kastner und Armin Kibbert, bevor man in die Diskussion über Standorte sowie den Erlass von Außenbereichssatzungen mitsamt ihrer Nebenwirkungen einsteige. „Wir müssen erst mal die Flächen klar haben“, formulierte es auch Sina Löschke (Grüne), aber auch Andreas Hesse (CDU) warnte, „nicht unter der Hand Flächen auszuschließen“.

Letztlich blieb es beim Auftrag der Rundum-Information und der Feststellung, dass die Stadt Halver sich zurzeit gar nicht direkt oder indirekt am Bau eines Windrades beteiligen könnte. Denn nach wie vor schwelt der Rechtsstreit, ob Engstfeld nicht die einzige mögliche Windkraftfläche in Halver ist. An diesem Beschluss hält die Stadt bekanntlich fest – und den müsste sie auch erst aufheben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare