Planungsausschuss besichtigt Bauruinen

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Auch das einstige „Palm Beach“ war Ziel einer Ortsbesichtigung des Planungsausschusses – dabei erklärte Eigentümer Harald Potthoff, warum es dort einen Stillstand gibt.

HALVER - Irgendwie passte das Wetter zu den Objekten, die sich der Planungsausschuss am späten Mittwochnachmittag anschaute: Die Besichtigung von Schrottimmobilien an der Marktstraße und am Bächterhof war eine überaus nasse Angelegenheit. Aber immerhin lieferte sie einen Überraschungsgast.

Mit Harald Potthoff stand der Eigentümer der abgebrannten Diskothek „Palm Beach“ dem Gremium Rede und Antwort. Und damit begab er sich sozusagen in die „Höhle des Löwen“ – schließlich übten die Fraktionen zuletzt heftige Kritik am Verhalten einiger Eigentümer von Bauruinen. Doch der Frage des Ausschussvorsitzenden Peter Starke (CDU) folgte keineswegs eine kleinlaute Antwort. Vielmehr ging Potthoff selbst in die Offensive.

„Man hat mir von der Baubehörde ständig Knüppel zwischen die Beine geworfen“, erinnerte der Immobilienbesitzer an seine vor fünf Jahren formulierten Pläne, auf dem einstigen Kino-Gelände ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen zu errichten. So sei ihm etwa die Einrichtung von Stellplätzen entlang des Bächterhofs untersagt worden. Die anschließenden Pläne einer Baugemeinschaft hätten sich zerschlagen – wobei Harald Potthoff keinen Hehl daraus machte, in Halver keine Zukunft für Investitionen zu sehen. „Der Neubau umfasste eine Summe von etwa 1,5 Millionen Euro. Als Investor muss man sich aber immer die Frage stellen, ob man dieses Geld wieder reinbekommt.“ Mittlerweile habe er diese Summe in ein Gebäude in Kierspe investiert.

Argumente, die Peter Starke nicht gelten lassen wollte. „Eigentum verpflichtet auch“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende mit Blick auf die Brandruine. „Andere haben aber Vorrecht“, erwiderte Potthoff – und bezog sich seinerseits auf die einstige Gaststätte „Unter den Linden“, die sich bereits weitaus länger in einem Dornröschenschlaf befinde. Auch dieses Gebäude nahmen die Ausschussmitglieder anschließend unter die Lupe – und waren von der Bausubstanz erschüttert. Wie berichtet, soll nun zunächst der Märkische Kreis als zuständige Baubehörde entscheiden, ob dieses Haus aus Sicherheitsgründen abgerissen werden muss.

Von Frank Zacharias

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