AFG plant Facebook-Sperre in der Schule

Paul Meurer.

HALVER ▪ Während der Schulzeit chatten, flirten und Partys planen? Geht es nach AFG-Schulleiter Paul Meurer, soll das schon bald nicht mehr möglich sein. „Facebook hat auf unseren Schulrechnern nichts zu suchen“, sagt er und macht damit seinen Standpunkt in Sachen soziale Netzwerke deutlich.

Derzeit wird am Anne-Frank-Gymnasium ein Filter diskutiert, der den Zugang zu den bekannten Seiten verhindern soll.

Gleichzeitig macht Meurer im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger deutlich, dass er im Prinzip kein Gegner von Facebook & Co. ist – im privaten Rahmen sei die Nutzung völlig in Ordnung. Das könne man dann eh nicht kontrollieren. Aber: „Die Schüler sollen lernen, konstruktiv damit umzugehen.“ Dass das nicht immer der Fall ist, hätten zwei Vorfälle im vergangenen Jahr gezeigt – da habe es in zwei Fällen Probleme mit Mobbing im Netz gegeben. Deshalb weisen die Lehrer immer wieder – in allen Stufen, also fünf bis 13 – auf die Gefahren der Netzwerke hin.

Der AFG-Leiter sieht aber neben der Schule auch die Eltern in der Pflicht. Seit drei Jahren bietet das Gymnasium daher eine Hilfestellung – zuletzt gab es am Montag eine Infoveranstaltung in Kooperation mit der Polizei (wir berichteten). Knapp 20 von 80 Eltern der Sechstklässler nahmen das Angebot wahr – für Meurer eine positive Bilanz. „Jeder, der kommt, ist ein Multiplikator.“ Seine Beobachtung: Entweder die Eltern kontrollierten das Surf-Verhalten ihrer Kinder extrem oder gar nicht.

Paul Meurer ist der Überzeugung, dass das Thema generell bislang verharmlost wurde, dass sich viele Nutzer gar nicht im Klaren darüber seien, wie leichtsinnig sie mit ihren privaten Daten umgehen. Und auch an der Schule rechnet er mit einer Zunahme der Probleme, die die sozialen Netzwerke verursachen können. „Das ist erst die Spitze des Eisbergs. Da kommt mit Sicherheit noch einiges auf uns zu.“

Paul Meurer setzt aber nicht nur auf Gespräche, sondern auch auf praktische Phasen. Zum Beispiel Ich-Stärkungs-Seminare an der Glör – die sind für alle Schüler der Klasse 7 verpflichtend. Unter anderem soll dabei das Selbstbewusstsein aufgebaut werden. Und auch die Ski-Freizeit nach St. Martin in Österreich gehört dazu: Neben dem Freizeitspaß steht dort nämlich die Entwicklung sozialer Kompetenzen, zum Beispiel Teambildung, im Fokus.

Zudem soll noch in diesem Jahr ein IT-Experte ans AFG kommen, der den Schülern anhand von Sozialanalysen, mögliche Konsequenzen von Facebook für das spätere Berufsleben aufzeigt. ▪ Lisa Weber

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