Plan B: Schienentaxi wie Straßenbahn behandeln

Das erklärte Ziel: Ein zweiter Versuchsträger soll auf die Schiene gebracht werden. ▪ Fraune

OBERBRÜGGE ▪ Die Schleifkottenbahn setzt weiter auf die Bahnschienen zwischen Halver und Oberbrügge als Teststrecke für das Schienentaxi. Rechtsbeistand haben sich Geschäftsführer Friedrich Wilhelm Kugel und Vorstandssprecher Klaus Westensee gestern in Dortmund bei einer Kanzlei eingeholt.

Nach der Abweisung der jüngsten Klage und einer Unterlassungsverfügung wollen die Entwickler nun eine Umwidmung der Strecke nach der Straßenbahn-Bau- und Betriebsordnung, kurz BOStrab.

„Das Schienentaxi soll wie eine Straßenbahn behandelt werden. Es passt in die Betriebsordnung“, unterstreicht Kugel. Dennoch sei es sehr komplex. So falle das Eisenbahnrecht in die Zuständigkeit von Bund und Land, für die Straßenbahnregelungen wäre hingegen die Bezirksregierung zuständig. Die beiden Schleifkottenbahn-Vertreter sorgen sich nicht um die technische Ausführung und Entwicklung des Schienentaxis, sondern um einen politischen Gegenwind und die Bürokratie. Westensee: „Dass wir weiter kämpfen, zeigt, dass wir optimistisch sind. Es sind aber dicke Bretter, die zu durchbohren sind.“ Die Zeit laufe dabei aber nicht gegen sie. Denn: „Das Schienentaxi gibt es sonst nirgendwo.“ Dieses könne nicht mit anderen Entwicklungen, die im Rahmen der Elektromobilität derzeit bundesweit voran getrieben werden, verglichen werden.

Mit Blick auf das mittlerweile sich lang hinziehende Verfahren sieht Schleifkottenbahn-Geschäftsführer Kugel auch das Geld nicht als mögliches K.o.-Kriterium an. Klar zahle er einiges aus eigener Tasche, doch es gebe auch viele Unterstützer. „Sicher kostet das viel Geld, aber wir glauben, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Und so ist für dieses Jahr der Blick auf den Bau des zweiten Versuchsträgers gerichtet, der nach den ersehnten Genehmigungen erfolgen soll. „Sobald wir diese haben, stehen die Investoren bereit.“ Doch 70 bis 80 Prozent der Kosten würden angesichts des schwierigen Verfahrens auf die Genehmigungen entfallen, der Rest auf das Fahrzeug. ▪ Marco Fraune

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