Ja zur Rutsche

Pläne für Spielplatz am Schmittenkamp - Kritik am Bolzplatz

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Eine Tunnelrutsche soll es werden: Das ist ein Detail des neuen Spielplatzes am Schmittenkamp, das im Ausschuss verraten wurde.

Ein Rutscherlebnis wird es auf dem neuen Spielplatz am Baugebiet Schmittenkamp in Halver in jedem Fall geben. Uneinig waren sich die Ausschussmitglieder am Mittwoch über den geplanten Bolzplatz.

Oberbrügge –Von einem Plateau zum nächsten wird eine Tunnelrutsche aus Edelstahl einen 6,40 Meter hohen Hang überbrücken. Und das ist nur eines von vielen Details, die der zuständige Landschaftsarchitekt Martin Reil vom Planungsbüro Finger aus Sundern im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen am Mittwoch erläutert hat.

Die Kosten sind gestiegen

Auf 3200 Quadratmetern wird es drei Plateaus geben. Statt vorerst geplanten 150 000 Euro wird die Anlage nun 190 000 Euro kosten. Die Differenz von 40 000 Euro werden überplanmäßig bereitgestellt, würden jedoch gedeckt durch das deutlich günstiger ausfallende Feuerwehrgerätehaus in Anschlag.

Das vorgesehene Gelände am Rande des Neubaugebietes zeichnet sich durch eine „extrem exponierte Hanglage“ aus, wie Martin Reil erklärte. Mithilfe einer Terrassierung und drei Plateaus werde das Gelände mit zwölf Prozent Gefälle jedoch optimal genutzt. „Es geht kaskadenmäßig Richtung Süden.“

Vorschläge der Anwohner bedacht

Eingearbeitet in den Entwurf wurden die vielen Vorschläge und Ergänzungen der neuen Anwohner. Ein Großteil der Bitten konnte in die Planung integriert werden, sagt der Architekt. Etwa die stärkere Gewichtung des U3-Bereichs, mehrere Sitzgelegenheiten, eine Spielhütte und eine Korbschaukel. Weiter wird es ein großes Trampolin geben, eine Seilbahn – die durch den Hang ebenfalls ein Höhepunkt ist – und einen Ruhepol mit Sonnenbank am nördlichen Ende mit Blick in die Ferne.

Dieser Plan wurde bereits im Februar vorgestellt.

Die Plateaus bieten für unterschiedliche Altersgruppen Möglichkeiten an. Neben vielen kleinen und großen Spielgeräten wird es auf dem untersten Plateau auch einen Bolzplatz geben, der an drei Seiten von einem vier Meter hohen Zaun umgeben sein wird, um zu umgehen, dass Bälle auf die Straße rollen. Auf der vierten Seite ist eine Sitztribüne aus Bruchsteinen geplant.

Besonders hob Martin Reil auch den Umweltfaktor hervor, auf dem man stark geachtet habe. „Der Spielplatz wird einen hauptsächlich grünen Charakter haben.“ Rasen und Grünflächen dienen vorrangig als Fallschutz – wo immer möglich, wird auf Kies und Gummi verzichtet. Bauamtsleiter Michael Schmidt zeigte sich zufrieden mit der Planung und blickt spannend auf die Umsetzung der Möglichkeiten mit den Plateaus.

SPD: Spielplatz soll die Sicht nicht verändern

Jürgen Wichert (SPD) bezeichnete den Spielplatz als „Monstrum“, wenngleich er sehr schön und ein „hervorragender Vorschlag“ sei. Ein Wunsch der neuen Siedler am Schmittenkamp sei laut dem SPD-Mann jedoch, dass der Spielplatz die Sicht nicht verändert.

Letzte Prüfungen werden noch vorgenommen. Begrünung der Anlage werde so gewählt, dass sie nicht allzu hoch wächst, so Reil. Wichert merkte weiter an, dass der geplante Bolzplatz der dritte, neben dem am Mehrgenerationenpark und an der Gemeinde der Baptisten sein würde. „Muss der Sportplatz dahin“, wollte er wissen, und schlug stattdessen weitere Spielgeräte vor.

Kritik an geplantem Bolzplatz

Diese würden zum einen jedoch die Kosten wesentlich in die Höhe treiben. Und zum anderen solle man den Bolzplatz in der Wichtigkeit nicht unterschätzen – die Kinder, die am Schmittenkamp heranwachsen, werden irgendwann das Interesse an Spielgeräten verlieren. Dass sie aber im Jugendalter erst recht mobiler sein werden und sich nicht mehr nur im Wohngebiet aufhalten und der Krach am Abend eventuell Anwohner stören könnte, sah Vorsitzender Martin Kastner (SPD) ähnlich. Die Mehrheit im Ausschuss ließ es allerdings unkommentiert. An dem Plan wurde nichts geändert, der Bolzplatz bleibt.

Ein weiterer Punkt ergab sich durch Jürgen Wichert und auch Uwe Leinung von den Grünen bezüglich der Sicherheit, wenn die Hanglage so extrem ist. Rechtlich sei man jedoch auf der sicheren Seite, sagte Martin Reil. Die Höhe der Zäune reiche aus.

Das wird fluppen.

Martin Reil, Landschaftsarchitekt

Die Anfrage, ob denn Kinder in der Tunnelrutsche stecken bleiben könnten, die Werner Fuchs (SPD) stellte, konnte mit einem Schmunzeln verneint werden. „Das wird fluppen“, sagt der Landschaftsarchitekt. Einstimmig ging die Planung in den Hauptausschuss, der die Befugnisse des Rats inne hat und kommende Woche die bauliche Umsetzung beschließen soll.

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