Die Gefahr der grünen Energie

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Photovoltaikanlage in Halver: Die Feuerwehr Breckerfeld will solche Installationen in einem Kataster aufführen. Halvers Stadtbrandinspektor Stefan Czarkowski betont indes, dass man bei Bränden generell achtsam vorgehen müsse.

HALVER ▪ Welche Gefahr geht von Photovoltaikanlagen aus? Eine hohe, meint die Freiwillige Feuerwehr Breckerfeld. Sie will sämtliche Anlagen registrieren, um im Notfall gewappnet zu sein.

Für Wehrleiter Norbert Lohoff macht es nämlihc einen erheblichen Unterschied, ob sich solch eine Anlage auf dem brennenden Gebäude befindet oder nicht. Ob ein Photovoltaik-Kataster auch für Halver sinnvoll ist, wollte der AA von Stadtbrandinspektor Stefan Czarkowski wissen.

Unvergessen ist für die Halveraner Wehrleute der Brand einer Maschinenhalle in Bücherbaum im Mai 2010: Mehr als 100 Einsatzkräfte waren vor Ort, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Die Feuerwehr konnte das Ausbreiten der Flammen auf das angrenzende Wohnhaus allerdings nicht verhindern. Es entstand ein Schaden von mehr als einer halben Million Euro, die betroffene Familie verlor ihr Heim. Besonders heikel aus Sicht der Feuerwehrleute: die Photovoltaik-anlage auf dem Dach des Wohnhauses, die selbst nach Kappen der Stromversorgung weiterhin Strom lieferte. Der kann in Verbindung mit dem Löschwasser für die Einsatzkräfte lebensgefährlich sein.

Besonderes Augenmerk will Stefan Czarkowski dennoch nicht auf diese Anlagen richten. „Elektrische Gefahren gibt es bei jedem Einsatz. Es gibt kein Haus, bei dem wir nicht mit Elektrizität in irgendeiner Form in Kontakt kommen. Immer müssen wir die normalen Grundsätze im Umgang mit elektrischen Anlagen beachten – ob sich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach befindet oder nicht.“

Dennoch: Der Einsatz vor zwei Jahren war etwas Besonderes. Nicht nur für die Halveraner Wehr. „Nach dem Einsatz bekam ich tatsächlich bundesweite Anfragen, wie wir denn diese Gefahr in den Griff bekommen hätten“, erinnert sich Czarkowski. Stets habe er daraufhin auf die bestehenden Richtlinien zum Umgang mit Elektrizität hingewiesen. „Die größte Gefahr ging bei diesem Einsatz nicht etwa von dem Strom selber aus, sondern von eventuell herabfallenden Photovoltaikmodulen“, betont der Stadtbrandinspektor.

Und so sieht er auch keine Notwendigkeit, es den Breckerfelder Kollegen nachzumachen und ein Kataster der Anlagen zu erstellen. „Schaden kann so etwas sicher nicht. Aber es führt auch zu einem bürokratischen Aufwand: Einer muss diese Liste verwalten, nachhalten, auswerten, nachprüfen.“ Diese Kapazitäten habe die Halveraner Wehr nicht, und der Aufwand stehe zudem in keinem Verhältnis zum Nutzen: „Schließlich sehe ich die Anlagen ja recht frühzeitig beim Eintreffen am Einsatzort.“

Prioritäten hätten derzeit andere Dinge: etwa die weitere Umsetzung des aktuellen Brandschutzbedarfsplanes oder die Anpassung der Wehrstruktur nach dem Wegfall der Löschgruppe Carthausen. Und dann hat die Freiwillige Feuerwehr Halver ja auch noch ein weiteres Fahrzeug auf der Wunschliste: In den kommenden Tagen soll die Ausschreibung für ein neues Tanklöschfahrzeug erfolgen. Wie berichtet, klagt der Löschzug Stadtmitte seit langem über einen überalterten Fuhrpark. ▪ Frank Zacharias

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