Pferdehaltung in Lingen: „Den Tieren geht es gut“

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Die Pferde in Lingen waren beim Besuch des Amtstierarztes in gutem Zustand. ▪

HALVER ▪ Ortstermin in Lingen: Amtstierarzt Bernhard Vonnahme traf sich am Dienstag mit Ludwig Schirmer. Der Pferdebesitzer war in die Kritik geraten. Tierschützer werfen ihm vor, dass die Tiere sich selbst überlassen seien.

Von „unhaltbaren Zuständen“ und von „herunter gekommenen, kranken und diabetischen Tieren“ war in einer anonymen E-Mail an unsere Redaktion die Rede (wir berichteten). Doch der Amtstierarzt konnte all dies gestern nicht bestätigen.

„Die Tiere sind gut genährt und rund. Rippen lassen sich nicht erkennen. Auch die bemängelte schlechte Hufpflege kann ich nicht bestätigen“, so Vonnahme. Der Amtstierarzt nahm sich viel Zeit. Begutachtete jedes der 14 Pferde, die Ställe, die Weiden und das Futter. „Ich weiß selber, dass hier nicht alles ideal ist“, räumte Schirmer ein und zeigte dem Veterinär einen Unterstand für vier Pferde. „Die Plane ist beim letzten Sturm kaputt gegangen, seit dem fehlte die Zeit, den Unterstand zu reparieren“, erklärte er weiter. Die Unterstände waren der einzige große Kritikpunkt, den Vonnahme ansprach: „Bis zum Winter müssen die wieder in Ordnung gebracht werden. Im Herbst werden wir uns davon überzeugen.“ Auch wenn die Pferde robust seien, ein Schutz vor Dauerregen müsse sein.

Was die matschigen Wiesen betrifft, sah der Tierarzt wenig Grund zur Sorge: „Das ist völlig normal, die Abschnitte, die die Pferde laufen, sind um diese Jahreszeit einfach kaputt. Das sieht derzeit überall so aus und stört die Pferde nicht weiter.“

Jeden einzelnen Vorwurf überprüfte Vonnahme. So begutachtete er beispielsweise ein kleines Schimmelpony, dass angeblich unter einer chronischen Augenentzündung leiden soll. Wie sich herausstellte, ist das Pony ein Albino und die Augen völlig gesund. Auch die Fjordpferdestute mit dem Bauchdeckenbruch kontrollierte der Veterinär. Schirmer erklärte, sein Tierarzt sei vor Ort gewesen und habe angeordnet, den Bruch im Auge zu behalten.

Mehr Sorge bereitete eine Kaltblutstute die zum Ortstermin gestern regungslos auf der Wiese lag. „Das Pferd ist alt und hatte sich etwas ungeschickt hingelegt. Wahrscheinlich hat sie all ihre Kräfte bei den Aufstehversuchen verbraucht“, erklärte Vonnahme. Ein hinzugerufener Tierarzt musste das Tier einschläfern. „Ich betone ausdrücklich, dass das Pferd einfach alt ist. Mit schlechtem Pflegezustand hat das nichts zu tun“, so Vonnahme.

Fazit des Amtstierarztes: „Hier ist es unordentlich, aber die Tiere sind in einem guten Zustand und werden artgerecht gehalten.“ Zudem gab Vonnahme zu bedenken, dass er die Ausrede, für die Reparatur des Unterstands fehle die Zeit, nicht gelten lasse. „Wenn die Zeit nicht da ist, dürfen Sie nicht so viele Pferde halten.“ Der Hof werde allerdings weiter von den Kreisveterinären beobachtet. ▪ lm

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