Pferde-Quartett aus Halver hat sich von Silvester-Panik gut erholt

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Wieder vereint: Enya, Lara und Alina Büchmann (von links nach rechts) mit den drei Ausreißern Aladin, Timmy und Chili. Henry, der vierte im Bunde, verpasste den Fototermin wegen eines Zahnarztbesuchs.

Halver - Die vier Pferde, die an Silvesternacht panisch von ihrem Hof in Vormbaum flüchteten, haben ihren Ausflug gut überstanden. Die Ausreißer sind schon wieder ganz entspannt, wälzen sich verspielt auf dem Boden oder scheuern sich an einem Holzpfosten. Auf ihrer Flucht hatten die Pferde großes Glück, sagen die Büchmanns, die mit zahlreichen Helfern in der Silvesternacht versuchten, die ausgerissenen Pferde bei Nacht und Nebel wiederzufinden.

Timmy (21 Jahre), Aladin (sechs), Chili und Henry (beide zweieinhalb) hatten zwei Holzzäune mit Elektrolitze durchbrochen und auf ihrer Flucht noch mindestens zwei weitere Zäune niedergerissen, darunter auch Stacheldraht. Zum Glück gab es keine ernsthaften Verletzungen. „Wir haben nur ein paar kleine Kratzer an Chili gefunden“, sagt Lara Büchmann. Eine kleine „rasierte“ Stelle am Rücken wurde sofort mit Salbe behandelt.

Schreckhaft sind die vier Ausreißer eigentlich nicht, auch nicht an Silvester. „Um 23 Uhr waren sie noch völlig ruhig“, sagt Alina Büchmann. Eine Dreiviertelstunde später waren die Pferde ausgebüchst. Untergebracht waren sie in einem Offenstall. „Das war jedes Jahr ihr Sicherheitsort zu Silvester“, sagt Lara Büchmann.

Wieder ganz gechillt: Hengst Chili trug ein paar kleine Kratzer davon, ansonsten blieben die Pferde unverletzt.

Doch diesmal fehlte anscheinend die Ruhe und Erfahrung des verstorbenen Senior-Hengstes Johnny. Möglich sei auch, dass der sechs Jahre alte Aladin, der im August in die Herde kam, früher einmal schlechte Erfahrungen mit Feuerwerkskörpern gemacht hat.

Flucht wegen Böllern oder Wildschweinen

Dass jemand – wie es vor einigen Jahren schon einmal der Fall war – absichtlich Feuerwerk auf die Pferde geworfen habe, sei auch möglich, sagt Regina Büchmann. Bisher habe man rund um die Koppel am Offenstall aber keine Böllerreste gefunden.

Deswegen könnte es auch sein, dass die Pferde von einer Rotte Wildschweine in Panik versetzt wurden, die wiederum durch das Feuerwerk aufgeschreckt wurden, vermutet Lara Büchmann: „Das ist für die Wildschweine ja wie eine Treibjagd.“

Pferde und Helfer irren im Nebel umher

Ob das Feuerwerk die Pferde direkt oder indirekt in Panik versetzte – jedenfalls ließen sie sich auf der Flucht nicht aufhalten. Da kurz nach der Flucht die Knallerei um Mitternacht erst richtig losging, wurden die Pferde immer wieder neu aufgeschreckt, dabei suchten sie wohl bei dichtem Nebel immer wieder den Weg zurück nach Hause. Die ersten Spuren führten zum Kreisch, von dort ging es wohl Richtung Buschhausen, aber immer führten auch wieder Spuren in die entgegengesetzte Richtung.

Bei der vierstündigen Suche wurden die Büchmanns von alarmierten Nachbarn und Bekannten unterstützt, aber auch vielen Fremden, die teils aus Hagen, Dortmund, Wuppertal oder Gummersbach angereist waren. „Das war wirklich fantastisch“, sagt Regina Büchmann und schätzt die Zahl der Helfer auf 50 bis 80. Das ist auch Verdienst ihrer Bekannten Heike Herrmann, die einen Hilfsaufruf in der Halveraner und weiteren Facebookgruppen teilte und dann die Helfer koordinierte. Die halfen dabei die Straße abzusichern und gaben untereinander über eine Whatsapp-Gruppe Spuren und Standorte durch.

Letztendlich fand man die Ausreißer zwischen Dörnen und Kamscheid. Vermutlich waren sie so lange umhergeirrt wie die Sucher, also mindestens 20 Kilometer. „Die waren total platt, als wir sie gefunden haben“, sagt Lara Büchmann. Trotzdem seien die Pferde im Galopp auf sie zugekommen, erzählt Alina Büchmann: „Die waren froh, den Weg nach Hause und zu bekannten Menschen zu finden.“ Eigentlich sei es somit ein guter Start ins Jahr 2019, findet Regina Büchmann: „Ausgerissen sind sie ja im alten Jahr, gefunden haben wir sie im neuen.“

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