Lidl-Pläne bewegen die Halveraner

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Die Zukunft des Sozialkaufhauses Werkhof bewegt viele Halveraner. Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts ist diese offen.

Halver - Kommentare in verschiedenen Plattformen auf Facebook, inzwischen auch eine Online-Petition: Die vom Lebensmittel-Discounter Lidl gewünschte Ansiedlung in der Innenstadt auf dem Wippermann-Gelände schlägt Wellen.

Auf der Internet-Plattform openpetition.de hat der Halveraner Axel Ertelt eine Petition eingestellt, die zeitweise fast im Minutentakt neue Unterstützer verzeichnet. Bei 150 Unterschriften lag die Seite am Donnerstagvormittag. 

Und auch auf openpetition.de wird eifrig kommentiert: „Der Werkhof und die Stage Halle sollten unbedingt erhalten bleiben. Wer beim Lidl einkaufen möchte, der wird auch weiterhin zum jetzigen Standort fahren!“, schreibt eine der Unterstützerinnen. Und eine andere: „Ich kaufe selbst manchmal im Werkhof ein. Ein weiterer Discounter muss nicht sein, aber ein Laden wie der Werkhof ist in Halver einzigartig und eine Bereicherung.“ 

Bemerkenswert an den Unterstützern: Sie kommen zwar schwerpunktmäßig aus Halver, vielfach aber auch aus der näheren Umgebung wie Lüdenscheid und Schalksmühle. Das Thema hat sich zudem wohl überregional herumgesprochen. Auch Bürger aus Göppingen, Hettenhausen und Reutlingen beteiligen sich an dem Online-Protest.

11 Prozent kommen über Facebook

Das könnte daran liegen, dass mehr als 40 Prozent der Unterstützer per E-Mail zur Petition eingeladen werden. Lediglich 11 Prozent kommen mit Stand von Donnerstag über Facebook auf die Seite.

Für einen Lidl-Neubau müsste der Werkhof auf jeden Fall weichen, schreibt Ertelt in seine Begründung, und weiter: „...ein Großteil der Bevölkerung kann sich nichts anderes leisten als in einem Sozialkaufhaus, wie der Werkhof eines ist, einzukaufen. Dabei sei vor allem an die Hartz-IV-Empfänger und die Alters- und Kinderarmut gedacht. Denen soll nicht die allerletzte Würde durch einen auf Profit ausgelegten Discounter genommen werden. Ein Konflikt Discounter gegen Sozialkaufhaus darf in einem demokratischen Rechtsstaat nur positiv für das Sozialkaufhaus enden...“

Mehr als 2000 Zugriffe

Der Bericht des Allgemeinen Anzeigers wurde nicht nur in der Zeitung, sondern auch im Netz auf der Plattform come-on.de mit Interesse gelesen. Mehr als 2000 Zugriffe auf den Artikel weist die Statistik aus. Und auch hier sind die Kommentare eindeutig und pro Werkhof. „Ich habe eine Frau aus Schwelm kennengelernt, sie kommt nur wegen des Werkhofs nach Halver“, schreibt beispielsweise Marion M.

Eine andere Leserin fragt nach der Positionierung der Stadt: „So weit ich weiß, hat die Stadt doch generell bei Verkäufen ein Vorkaufsrecht. Soll sie es doch in Anspruch nehmen.“ Dieses Vorverkaufsrecht existiert in der Tat. Nach Informationen unserer Zeitung hat die Kommune ihr Erstzugriffsrecht aber ungenutzt verstreichen lassen, so dass über diesen Weg nun keine Möglichkeit mehr besteht.

Hier geht's zur Online-Petition

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