Wegen Personalmangel

Polizeiwache nachts nicht besetzt - Grund zur Beunruhigung?

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Nachts meist unbesetzt: Die Wache in Halver.

Halver - Ab dem 1. Mai werden die Polizeiwachen in Werdohl und Altena nachts nicht mehr durchgehend besetzt sein, um so das personelle Defizit zu kompensieren. In Halver ist das seit 2012 bereits der Fall - ist das ein Grund zur Beunruhigung?

„Die Polizeiwachen sind ausreichend gesichert“, wie die Pressestelle der Polizei des Märkischen Kreises mitteilt. Nachts wird jedoch in den Wachen von Werdohl und Altena ab dem 1. Mai kein Polizeibeamter mehr durchgängig im Innendienst sein. „In Halver ist das seit vielen Jahren schon so“, wie Polizeioberkommisar Marcel Dilling im Gespräch mit unserer Zeitung mitteilt – und das seit 2012. Ein Grund zur Beunruhigung? 

„Die Tatsache, dass es nicht aufgefallen ist, spricht für sich“, sagt Polizeioberkommissar Marcel Dilling. Vor Jahren habe man sich dazu entschieden die Wache in der Nacht nicht mehr durchgehend zu besetzen und hatte dafür gute Gründe. 

Verschiedene Gründe für Entscheidung

Ein Ziel ist es, den Personalmangel bei der Polizei zu kompensieren. Die Zahlen sprechen für sich: Standen im Jahr 2000 noch 674 Planstellen zur Verfügung, verringerte sich die Anzahl auf rund 613 Stellen wie es in der Pressemitteilung der Polizei heißt. So müsse auch für das laufende Jahr mit einer Personalreduktion gerechnet werden. 

Ein weiterer Grund für die Entscheidung gegen eine Nachtbesetzung ist die geringe Notwendigkeit. „Das Bürgeraufkommen in Halver ist nachts sehr überschaubar“, sagt Dilling. 

Während in Werdohl und Altena die nicht besetzte Wache in der Nacht nur eine vorübergehende Maßnahme ist, wird es in Halver auch in Zukunft so bleiben. 

Was bedeutet das für Bürger, wenn sie nachts vor der Polizeiwache stehen und keiner die Türen öffnet? In Halver ist zu jeder Zeit ein Streifenwagen unterwegs, versichert Dilling. „Es kommt auch kein Streifenwagen aus einer anderen Stadt angefahren, es ist immer einer am Standort.“ 

Wer nachts an einer unbesetzten Wache klingelt, nimmt automatisch Kontakt über eine Gegensprechanlage mit der Leistelle auf, die wiederum mit dem Streifenwagen in Kontakt treten kann, wenn es für das Anliegen notwendig erscheint – beispielsweise für eine Anzeigenerstattung. 

Ausnahmen bei großen Veranstaltungen

Ausnahmen gibt es, wenn größere Veranstaltungen stattfinden. „Wenn mit vermehrtem Bürgeraufkommen zu rechnen ist, wird die Wache nachts natürlich auch besetzt“, sagt Marcel Dilling und betont, dass es immer eine ausreichende Sicherung gibt. Ein Beispiel: Die Kirmes-Zeit in Halver. Und auch über den Notruf 110 ist die Polizei zu jeder Zeit erreichbar.

Personalmangel bei der Polizei

Es wurde von der Gewerkschaft (GdP) der Polizei prognostiziert, dass aufgrund einer Pensionierungswelle bis 2020 mit einem erhöhten Personalmangel zu rechnen ist. Seit 2017 wurden die Einstellungszahlen daher deutlich erhöht. Da die Ausbildung der angehenden Polizeibeamten drei Jahre in Anspruch nimmt, ist mit einer personellen Entlastung frühestens 2020 zu rechnen.

Bis dahin kann es, wie aktuell in Werdohl und Altena, Veränderungen in der Arbeitsstruktur geben. Die Standorte der Polizeiwachen werden durch diese Maßnahmen nicht in Frage gestellt. Für die Kreispolizeibehörde ist eine bürgernahe Polizei und die Gewährleistung kurzer Einsatzreaktionszeiten elementar, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei.

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