Eine Frage der Erziehung

Im Fall der Fälle macht Tanja Reinbott ein „Beweisfoto“ – dieser Autofahrer hat sich jedoch korrekt verhalten.

HALVER - Wer kennt es nicht: Mal eben aus dem Auto springen und Geld abheben. Schnell noch eine Zeitung kaufen oder eben ein Paket bei der Post abholen. Doch ausgerechnet dann ist natürlich kein Parkplatz frei - und in seiner Not stellt sich der eine oder andere auf verbotene Flächen.

Um zu vermeiden, dass Dauerparker die Parkbuchten in der Innenstadt länger als eine Stunde blockieren, wird seit Ende des Jahres wieder verstärkt kontrolliert. Mit Erfolg, wie Lutz Eicker und Tanja Reinbott vom Fachbereich Bürgerdienste wissen, denn: „Es ist schon viel besser geworden, die Autofahrer lernen dazu.“

Gemeinsam waren sie in dieser Woche unterwegs, um den „ruhenden Verkehr“ in Halvers Innenstadt zu kontrollieren. Und auch wenn sich der eine oder andere kurzzeitig über das rote Zettelchen an seiner Windschutzscheibe ärgerte, so überwog doch das Verständnis für die Kontrollen. Schließlich waren es nicht zuletzt die Geschäftsleute und Anlieger im Innenstadtbereich, die um strengere Maßnahmen gebeten hatten, weil ihre Kunden tagsüber oft keinen Parkplatz fänden. „Von deren Seiten stoßen wir durchweg auf positive Resonanz“, erklärt Eicker im Gespräch und verweist auf eine Umfrage in unserer Zeitung, in der sich auch viele Bürger wohlwollend zu den Kontrollen geäußert hatten.

Dennoch sind viele Autofahrer nach wie vor überrascht, dass es sich in der Innenstadt, also der Bahnhof- und Frankfurter Straße, der Leye sowie der Südstraße, um einen so genannten verkehrsberuhigten Geschäftsbereich mit einer 20er-Zone handelt. „Und das schon seit mehr als zehn Jahren“, weiß Eicker. Dort gilt die Parkscheibenpflicht, erlaubt ist das Parken in den gekennzeichneten Flächen - und zwar für eine Stunde, im Bereich der Südstraße für eine halbe Stunde. Entsprechende Beschilderungen an den Straßenein- und -ausgängen weisen auf diese Regelegung hin.

Doch häufig liegen eben keine Parkscheiben gut sichtbar im Fahrzeug - sei es aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit. Dabei hatte es im Vorfeld der Kontrollen sogar eine kleine Aufklärungsaktion des Ordnungsamtes gegeben, bei der „Falschparker“ auf die Regelung hingewiesen wurden. Mittlerweile werden jedoch bei einer Verkehrsordnungswidrigkeit 10 Euro fällig. Und: Wer nicht innerhalb von zehn Tagen bezahlt, für den erhöht sich das Bußgeld auf 33 Euro. Doch Eicker weiß: Gegen diesen Bescheid wehrt sich so gut wie niemand, schließlich wird der „Tatbestand“ immer als Foto festgehalten.

Auch an diesem Tag muss Tanja Reinbott jede Menge roter Zettelchen verteilen. Doch Eicker betont: „Es geht hier nicht um Geldmacherei, sondern wir möchten das ‘Wild-West-Parken’ in der Stadt vermeiden.“ Erste Erfolge hätten sich bereits eingestellt und er ist sich sicher: „Man muss die Autofahrer nur ein bisschen erziehen.“ - Kerstin Zacharias

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare