Osterfeuer: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Auch Michael Kolb in Hesseln (Foto) stattete Johann Klaßmann in dieser Woche einen Besuch ab. Der Elektroinstallateur will das Brennmaterial kurz vor dem Entzünden natürlich nochmals umschichten – wie es die Behörden verlangen. ▪ F. Zacharias

HALVER ▪ Etwa 100 Osterfeuer werden am Wochenende in Halver lodern. Das bedeutet auch: 100 gesellige Veranstaltungen, aber auch 100 Gefahrenquellen. Um das Risiko der Feuer so gering wie möglich zu halten, ist Stadtverwaltungsmitarbeiter Johann Klaßmann seit Anfang der Woche im gesamten Stadtgebiet unterwegs.

Die Regeln sind eigentlich bekannt: Mindestabstände zu Wäldern, Straßen und Wegen oder einer Wohnbebauung müssen eingehalten werden, behandeltes Holz, Mineralölprodukte, Altreifen und anderes brennbares, aber akut umweltschädliches Material hat nichts im Feuer zu suchen. Auch Haus- und Küchenabfälle sind tabu. Und doch stieß Klaßmann in den vergangenen Jahren immer wieder auf Privat-Veranstalter, die es mit den Vorschriften nicht ganz so genau nahmen.

„Es ist gar nicht so lange her, dass ich Autoreifen in den Haufen gefunden habe“, erinnert sich der Mitarbeiter des Fachbereichs „Bürgerdienste“ an manch ein schwarzes Schaf. Doch sei die Zahl dieser „Feuer-Sünden“ zum Glück zurückgegangen, wie Johann Klaßmann sagt, „sicher auch, weil wir in den vergangenen Jahren regelmäßig stichprobenartig kontrolliert haben“. Und so habe es in den zurückliegenden Jahren auch keine Zwischenfälle gegeben, die den Einsatz der Feuerwehr notwendig machten.

Probleme mit den Grünschnittbergen gibt es freilich weiterhin. Etwa dann, wenn Osterfeuer zu handfesten Nachbarschaftskonflikten führen – oder im Rahmen des Streits gar als „Waffe“ missbraucht werden. „Es kommt vor, dass Leute bewusst nah an der Grundstücksgrenze zum ungeliebten Nachbarn das Feuer anzünden wollen, obwohl sie über ein 1000 Quadratmeter großes Grundstück verfügen, also genug Platz für das Feuer hätten“, erzählt Johann Klaßmann. Dann gerate er plötzlich zwischen die Fronten.

In diesem Jahr habe es bislang jedoch keine größeren Probleme gegeben – weder mit den Feuerstellen, noch mit den Veranstaltern der angemeldeten Feuer. Allerdings wird Klaßmann auch heute noch den ganzen Tag unterwegs sein, um möglichst viele Orte aufzusuchen, die ab Samstag zu Anlaufstellen für alle Osterfeuer werden.

Dass der Verwaltungsmitarbeiter aber genau so lange auf Tour ist, wie im vergangenen Jahr, ist ausgeschlossen: In 2011 hatte nämlich eine kurzfristige Warnung der Forstbehörde für Überstunden gesorgt. Gleich drei Mitarbeiter der Verwaltung mussten die Feuerstellen aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit damals genauestens untersuchen, zahlreiche Feuer untersagen. „Das ist in diesem Jahr zum Glück nicht nötig“, sagt Johann Klaßmann. ▪ Frank Zacharias

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