Alles Fake? CDU Schwenke greift ein in die Weltpolitik

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Der CDU-Ortsverband Schwenke beziehungsweise deren Vorsitzende Brigitte Ebersbach hat eine Petition gegen Deutschlands Ausfuhr für Kleinwaffen ins Leben gerufen.

Halver - Schwenke greift ein in die Weltpolitik. Der dortige CDU-Ortsverband hat eine Petition in Gang gesetzt gegen Deutschlands Ausfuhr von Kleinwaffen. Sie richtet sich direkt an Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die Petition gibt’s wirklich auf der Plattform change.org, und sie hat es, 2017 gestartet, auf aktuell 1586 Unterzeichner gebracht. „Die christliche Wählerbasis der CDU fordert Kanzlerin Angela Merkel auf, einen Verzicht von Kleinwaffenexporten in Deutschland durchzusetzen“, heißt es darin. 

Angestoßen hat sie der CDU-Ortsverband Schwenke beziehungsweise deren Vorsitzende, Brigitte Ebersbach, Kastanienweg 33, 58553 Schwenke (Halver). 

Einen kleinen Haken hat die Sache aber dann doch: In Schwenke gibt es gar keinen CDU-Ortsverband. Und weder in Halver noch in Schwenke einen Kastanienweg. Auch eine Brigitte Ebersbach lässt sich in Halver nicht ausfindig machen, dafür aber in Berlin, wo eine Verlegerin und Germanistin dieses Namens lebt. 

Facebook- und Internet-Präsenz 

Wer mehr in der virtuellen Welt lebt, kann sich trotzdem über das rege Leben im Ortsverband informieren. Die nicht existierende CDU Schwenke betreibt eine Facebook-Seite und einen eigenen Internet-Auftritt unter www.cdu-schwenke.de. 

Dort informiert ein Bürgermeister Harald Friedrich über seine politischen Ziele, der Vorstand, unter anderem mit Vorsitzender Ebersbach und Kolleginnen und Kollegen wird sogar im Bild vorgestellt. Und nicht zuletzt rühmen die Internet-Seiten die vielfältigen Aktivitäten der Schwenker Seniorenunion. Die gibt es aber in Wirklichkeit auch nicht. 

Mit seinem Wirken hat die Schwenker CDU es sogar schon zu einem Wikipedia-Eintrag geschafft. In dem wird klarer, worum es geht. Der Wiki-Eintrag verweist auf „das Künstler-Kollektiv Peng! e.V. (auch: Peng Collective), eine Gruppe von Künstlern, Aktivisten, Handwerkern und Wissenschaftlern in Berlin.

Aktionskunst eines Kollektivs

Das Kollektiv entwickelt subversive Aktionskunst mit dem Ziel, die Zivilgesellschaft zu mutigeren Kampagnen zu bewegen. Peng infiltrierte mit falschen Identitäten mehrmals Veranstaltungen als Akt zivilen Ungehorsams“, heißt es darin. Für ihre Aktionen wurde die Gruppe ausgezeichnet. Sie erhielt 2018 den Aachener Friedenspreis. 

Genauer beschreibt auch der Dortmunder Journalist Alexander Völkel (www.Nordstadtblogger.de) das Projekt der Berliner Gruppe: „Getarnt als christliche Wählerbasis der CDU startet das Peng! Collective eine Petition, die Bundeskanzlerin Merkel dazu auffordert, sich für einen Exportstopp von Kleinwaffen einzusetzen. 

Die Petition wurde am ersten Tag über 700-mal unterzeichnet und wurde von wichtigen internationalen Medien aufgenommen.

Für Agenda 2010 entschuldigt

Die Gruppe hatte bereits in der Vergangenheit mit politischen Aktionen Aufsehen erregt, so zum Beispiel, als sie im Sommer 2015 offen dazu aufriefen, Geflüchteten beim Überqueren innereuropäischer Grenzen zu helfen oder als sie sich im April 2016 im Namen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales für die verheerenden sozialpolitischen Folgen der Agenda 2010 entschuldigt haben“, hat Völkel recherchiert.

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