Gefährliche Kurve

Frankfurter Straße: Drei Unfälle in kurzer Zeit - jetzt passiert was

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Drei Unfälle innerhalb weniger Monate: Die Frankfurter Straße (Landesstraße 528) ist am Ortsausgang eine Gefahr für Autofahrer. Nun soll die Straße zum Unfallhäufungspunkt erklärt werden.

Halver - Die Frankfurter Straße am Halveraner Ortsausgang nach Kierspe soll nach mehreren schweren Verkehrsunfällen offiziell zu einem Unfallhäufungspunkt erklärt werden.

Fahrzeugteile und ein Leitpfosten liegen in der Böschung, an einem Baum stehen Kerzen und Blumen zum Gedenken an die 26-jährige Verkehrstote aus dem vergangenen Jahr. Die Kurve am Ortsausgang Richtung Kierspe war längst ein gefühlter Unfallhäufungspunkt, nun ist sie es auch offiziell. 

Diesen neuen Sachstand gab Bürgermeister Michael Brosch am Ende der Ratssitzung am Montagabend bekannt, nachdem sich erst am vergangenen Wochenende erneut ein Unfall mit mehreren Verletzten und Schwerverletzten am Ortsausgang ereignet hatte. „Wir haben die Info von der Unfallkommission der Verkehrsbehörde, dass es nun als Unfallschwerpunkt anzusehen ist“, erklärte Brosch. 

In den vergangenen Monaten gab es bereits mehrere schwere Unfälle an der fraglichen Stelle.Der Unfall, bei dem eine 26-jährige Frau aus Hessen tödlich verunglückte, ereignete sich im Dezember.Im Januar wurde eine 24-Jährige aus Gummersbach bei einem Unfall in der Kurve schwer verletzt und im Februar war dort ein Lastwagen umgestürzt. 

Als kurzfristige Maßnahme solle ein zusätzliches Schild auf die gefährliche Kurve hinweisen, erläuterte der Bürgermeister. „Und es sollen rot-weiße Baken aufgestellt werden, um den Kurvenverlauf deutlich zu machen.“

Im Dezember kam eine 26-Jährige bei einem Alleinunfall an dieser Stelle ums Leben.

Außerdem überlege die Unfallkommission noch, ob als zusätzliche Maßnahme eine Leitplanke mit Unterfahrschutz angebracht werden könnte. Sabine Wallmann (UWG) wies auf ein Problem auch auf der Fahrbahn hin: „Mir ist aufgefallen, dass die weißen Markierungen nicht mehr sichtbar sind. Wenn man die Straße nicht kennt, hat man optisch keine Führung.“ Die Markierung sollte deswegen auch neu aufgebracht werden. Bürgermeister Brosch sagte, man habe bereits an den Baulastträger Straßen.NRW weitergegeben, dass die Markierungen erneuert werden müssten.

Anbringung einer Leitplanke?

Dass die Unfallkommission noch über die Anbringung einer Leitplanke beraten müsse, stieß bei Martina Hesse (CDU) auf Unverständnis: „Man braucht doch gar nicht über den Sinn oder Unsinn einer Leitplanke zu diskutieren.“ Bürgermeister Brosch erklärte, man wolle der Entscheidung der Unfallkommission beim Märkischen Kreis nicht vorgreifen. Er verwies dabei auch auf einen möglichen Nachteil einer Leitplanke mit Unterfahrschutz.

„Wenn ein Motorradfahrer dort her fährt, könnte er bei einem Unfall von der Leitplanke genau unter einen Lkw gelenkt werden“, schilderte er das mögliche Risiko. „Eine Leitplanke ist sicherlich gut, bevor man in die Bäume rauscht, aber die Ursache selbst kann es nicht beheben“, sagte Rainer Filling (SPD). Diese machte der Ratsherr in der Fahrbahn selbst aus. „Ich habe mir die Fahrbahn mal angeschaut: Die Asphaltbeschaffenheit hat sich verändert.“ 

Durch die große Hitze im vergangenen Sommer könnte sich die Asphaltdecke aufgeweicht haben. „Sie hat sich verändert und ist bei Nässe sehr glatt.“ Weiter in Richtung Kierspe gebe es entlang der L528 eine andere Stelle, wo genau das geschehen sei, sagte Filling. „Ich kann mir vorstellen, dass es an der Karlshöhe auch so passiert ist.“ 

Veränderunge der Fahrbahn

Den Eindruck, dass sich die Fahrbahn verändert habe, äußerte auch Werner Lemmert (UWG): „Die Straße hat eine Rechtsneigung in der Kurve bekommen. Sie ist abgesackt, warum auch immer.“ Die Reaktion der Autofahrer auf diese Veränderung der Fahrbahn führe zu Unfällen. „Dort passieren mehr Unfälle, als wir wissen“, mutmaßte Lemmert. Die Fahrer kämen dann erst nach der Kurve von der Straße ab und gerieten auf die Wiese, würden danach aber weiterfahren, so seine These. Lemmert sieht an der Fahrbahn entsprechend Handlungsbedarf: „Da ist was zu tun. Die Ursache muss behoben werden.“ 

Zu den Maßnahmen, die die Kurve am Ortsausgang sicherer machen sollen, befand Bürgermeister Brosch: „Ich denke, dass wir da auf dem richtigen Weg sind.“

 Kurt-Dietrich Neuhaus (CDU) kritisierte, dass Maßnahmen erst nach mehreren Unfällen ergriffen würden. „Es muss immer erst etwas passieren“, sagte er. Er bezog sich dabei auch auf die Straße zwischen Anschlag und Schwenke und erkundigte sich, was wegen des vielen Verkehrs und das damit verbundene Lärmproblem dort getan werde. Kurt-Dietrich Neuhaus hoffe, dass dort nicht auch erst Unfälle geschehen müssten.

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