Rheinische Lebensfreude im Kulturbahnhof

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Zwar dreht sich beim kölschen Liederabend nicht alles um den Karneval – die Narrenkappe darf trotzdem nicht fehlen.

Halver - „Ihr seid großartig! Ich werde morgen beantragen: Halver, das östlichste Viertel von Köln!“ Sangesfreudig und trinkfest zeigten sich die Halveraner am Freitagabend beim „…Op Jöck – Kölsch singe und drinke“-Abend in der Brasserie Kulturbahnhof.

Zum zweiten Mal brachten die „Kölsch singe und drinke“-Musiker Tom Nesgen (Gitarre und Gesang), Felix Nesgen (Perkussion), Manfred Bröde (Mandoline) und David Aktas (Bass), die ansonsten mit ihren kölschen Liedern in den Kneipen und Brauhäusern der Domstadt unterwegs sind, rheinische Lebensfreude ins Sauerland.

„Wie schnell doch ein Jahr vergeht: beim letzten Mal der große Eisregen…“, erinnerte Tom Nesgen an manch unfreiwillige Rutschpartie im vergangenen Jahr. Mit mehr als 100 Besuchern war der Mitmach- und Mitsingabend mit den Kölnern, die mächtig aufdrehten, ausverkauft.

Das passende Ambiente zum Singen, Schunkeln und Feiern hatte Stefan Knaf von der Brasserie im Vorfeld mit kunterbunten Luftballons unter der Decke, Wimpelketten und rheinländischen Speisen als solider Unterlage fürs „Singe und Drinke“ gezaubert.

Sprichwörtlich wie die Faust auf Auge passte da der „Halve Hahn“ als urkölsches Gericht – bekanntlich ein Roggenbrötchen mit einer dicken Scheibe Käse – zu Halver und hungrigen Brasserie-Gästen. Auch mit „Himmel un Äd“, gebratener Blutwurst mit Kartoffelpüree, speisten die Besucher typisch rheinisch. Eine zweite Theke im Eingangsbereich sorgte dafür, dass keiner allzu lange auf sein Kölsch – was sonst – warten musste.

Mit Liederheften an der Hand, hoben die Kölner mit ihrem Publikum, das sich nicht lange bitten ließ und den Rheinländern in Sachen Frohnatur und Lust am Feiern in nichts nachstand, manch bekannten und unbekannten Liederschatz. Vom Hoch auf die Geselligkeit bis zur wehmütigen Erinnerung an längst vergangene Zeiten reichte das breite Spektrum. Dass Mundart Pflicht war, versteht sich von selbst.

Von Anfang an herrschte ausgelassene Hochstimmung im Saal. Jung und Alt feierte Köln und seine Musik. Fans des 1. FC Köln kamen sogar mit Fanschal zum Mitmach-Konzert. Dass sich kölsche Lieder nicht auf Karnevalslieder – ohne Frage auch Teil des Programms – beschränken, machte die Band von Anfang an klar. Ob die Bläck Fööss als eine der erfolgreichsten Kölner Mundart-Musikgruppen, die Kult-Rockband BAP und Wolfgang Niedecken, Brings, Stefan Knittler oder Hartmut Priess: Die „Kölsch singe und drinke“-Musiker beehrten sie alle.

Lieder wie „Loss mer singe“, „Ich ben ne Räuber“, „Et Spanien Leed“ und „Ming eetste Fründin“ hielten nicht nur Halveraner bei bester Laune – bis nach Remscheid und Solingen reichte die Sogkraft des Konzerts.

Augenzwinkernd verleibten die Kölner ihrem Programm letztlich sogar das „Sauerland“ ein: „Wer hätte das gedacht: ein kölsche Jung und das Sauerland“, scherzte Tom Nesgen da. Ein voller Erfolg, das „…Op Jöck“-Konzert mit bestens aufgelegten Domstädtern auf Vergnügungstour.

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