Ohne Zustimmung im Rat kein Interkommunales Gewerbegebiet in Halver Oeckinghausen

Rat entscheidet über Gewerbeflächen

Von der neuen Straße Bocherstück bis zur früheren Restaurant Kaiser erstreckt sich die Fläche, die jetzt für die Ansiedlung von Gewerbe in Rede steht.
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Strittige Fläche. Als Gewerbegebiet dürfte Halver Oeckinghausen-Süd nur gemeinsame mit Lüdenscheid entwickeln.

„Wir setzen die Prioritäten in der Stadt Halver.“ Die Festsetzung einer Interkommunalen Gewerbefläche gemeinsam mit der Nachbarstadt Lüdenscheid auf Halveraner Gebiet in Oeckinghausen-Süd hätten er und Kämmerer Markus Tempelmann „mittelmäßig erstaunt“ zur Kenntnis genommen, sagt Bürgermeister Michael Brosch.

Halver - Weder Halver noch Lüdenscheid hätten diese Fläche in dieser Form als Vorschlag an die Bezirksregierung herangetragen, als es um die kommunale Beteiligung bei der Erstellung des neuen Regionalplans ging. Vorschläge aus Halver hätten sich im Planwerk „verändert oder gar nicht wiedergefunden. Aber Oeckinghausen war die größte Überraschung“. So, wie es vorgeschlagen werde, könne er sich das überhaupt nicht vorstellen. Dann opfere man eine der schönsten Flächen für ein interkommunales Projekt, betont der Bürgermeister im AA-Gespräch.

Auch Lüdenscheid habe das Vorhaben, dass 16 Hektar Anteil für Lüdenscheid und fünf für Halver vorsieht, nicht betrieben. Davon gehen Tempelmann wie Brosch aus, und dies entspricht auch der Aussage im Lüdenscheider Rathaus auf AA-Nachfrage. „Die Kollegen waren genauso überrascht wie wir“, sagt Tempelmann. Eine Abstimmung mit Lüdenscheid, für das ein Flächenbedarf von mehr als 100 Hektar in Rede steht, werde in Kürze noch erfolgen.

19 Hektar Bedarf angemeldet

Halver selbst hatte einen Bedarf von 19 Hektar angemeldet, war aber im Januar 2020 positiv überrascht worden durch die Bezirksregierung, die für die Stadt eine Größenordnung von 31 Hektar für den Planungszeitraum von 15 bis 20 Jahren zubilligen würde.

Priorität am Leifersberg

Priorität bei den städtischen Überlegungen hatte Oeckinghausen-Süd in keiner Weise, so Brosch und Tempelmann in der Videokonferenz weiter. Das Hauptaugenmerk liegt am Leifersberg, das heißt im hinteren Bereich des Langenscheids an der verlängerten Oststraße. Der Entwurf des Regionalplans weist dort jetzt neu rund 20 Hektar aus, von denen etwa neun nutzbar sein dürften und den Bedarf für die kommenden fünf Jahre decken sollten, so die Einschätzung. Aufgabe werde es sein, zusammen mit der Politik weitere Potenzialflächen auszuloten, um auch kommenden Räten eine Auswahlentscheidung möglich zu machen.

Stellungnahme bis Juni

Der Vorstoß der Bezirksregierung in Sachen Oeckinghausen-Süd mit dem Sprung über die Bundesstraße 229 ins Grünland müsse nun aber zunächst der Rat politisch bewerten, dessen Einschätzung auch Grundlage der städtischen Stellungnahme zum Plan sein werde. Dafür besteht Zeit bis Juni. So lange liegt der Regionalplan zur Einsicht und Stellungnahme aus.

Handlungsfähig bleiben

Klar sei aus ihrer Sicht, dass Halver mit Blick auf Gewerbeflächen handlungsfähig bleiben müsse. „Wir müssen zu jeder Zeit in der Lage sein, den Bedarf der heimischen Firmen zu befriedigen, stellt Brosch fest. Der Ansatz in Oeckinghausen-Süd aber sei alles andere als glücklich. „Das kann so in dieser Form nicht Grundlage der Entwicklung sein“, sagt Tempelmann, und diese Einschätzung werde sich auch in der Vorlage für die politischen Gremien finden, die wieder im April zur nächsten Sitzungsperiode zusammenkommen.

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