Wahrzeichen von Halver

Der Turm ist bereit für die Öffentlichkeit - Wächter gesucht

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Der Aussichtsturm an der Karlshöhe in Halver.

Halver - Ein paar kleine Restarbeiten sind noch zu erledigen, dann ist das 800 000 Euro teure Projekt abgeschlossen. Am Samstag, 11. Juli, öffnet der Aussichtsturm an der Karlshöhe wieder für den Publikumsverkehr.

Immer samstags von 14 bis 16 Uhr kann das Wahrzeichen der Stadt Halver dann bestiegen werden – vorerst noch unter gewissen Einschränkungen, die den Corona-Schutzmaßnahmen geschuldet sind. 

Wenn Peter Bell über den 23,5 Meter hohen Turm, den der Sauerländische Gebirgsverein (SGV) einst vom Hagener Architekten Gustav Mucke entwerfen und in den Jahren 1892 und 1893 für 5600 Mark bauen ließ, spricht, klingt Stolz durch. Der Heimatverein Halver, dessen 2. Vorsitzender Bell ist, war Motor dafür, dass das marode Bauwerk aufwendig saniert und eben nicht abgerissen wurde. „Vor Jahren“, erinnert sich Bell, „stand ich mit dem Planungsausschuss am Turm. Da hieß es: Eine Reparatur ist viel zu teuer, den müssen wir abreißen.“ 

Aussichtsturm an der Karlshöhe vor der Wiedereröffnung

Unzählige Spendenaktionen

Soweit kam es nicht. Der Heimatverein, der in den vergangenen Jahren unzählige Spendenaktionen initiierte, Bürgerschaft, Handwerk und Industrie mobilisierte, steuerte rund 200 000 Euro zu den 800 000 Euro Gesamtkosten bei und steckte auch Rückschläge weg, wie zum Beispiel jene Nachricht, dass die Deutsche Stiftung Denkmalschutz statt der erhofften 200 000 Euro nur 100 000 Euro Förderung zusagen konnte. „Okay, haben wir damals im Heimatverein gesagt“, blickt Bell zurück, „dann müssen wir noch mehr machen.“ Gesagt, getan. 

Blick von der Aussichtsplattform in 460 Metern Höhe über dem Meeresspiegel: Ab Samstag, 11. Juli, ist der Turm an der Karlshöhe wieder für die Öffentlichkeit zugänglich – nach vorheriger Ticketbuchung im Internet.

In enger Zusammenarbeit mit der Stadt, die sich finanziell ebenfalls intensiv für den Turmerhalt engagierte, bekam man schließlich die Enden zusammen. Das Budget stand, die Aufträge wurden erteilt und unter der fachkundigen Aufsicht der Halveraner Architektin Cathrin Brückmann realisiert. Auch hier hat sich ein Kreis geschlossen. Baumeister und Maurer Carl Brückmann zeichnete einst mit seiner im Jahr 1868 gegründeten Bauunternehmung für den Bau des Aussichtsturms verantwortlich. Heute führt Diplom-Architektin Cathrin Brückmann die Firma – inzwischen als reines Architekturbüro – in der fünften Generation. 

Kleine Feierstunde zur Wiedereröffnung

Brückmann, die mit ihrem Team in den vergangenen Tagen letzte kleine Arbeiten erledigte, wird zusammen mit Bürgermeister Michael Brosch und dem Vorstand des Heimatvereins bereits am Donnerstag, 9. Juli, den Turm im Rahmen einer kleinen Feierstunde wiedereröffnen – auf den Tag genau 127 Jahre nach seiner Einweihung. Eine größere Feierstunde mit Sponsoren und Bürgern war schon fix und fertig geplant – doch dann kam die Corona-Pandemie. „Wir holen das nach“, verspricht Peter Bell. Anvisiert ist das Jahr 2021. Genauer festlegen will sich der Heimatverein mit Blick auf die dynamische Pandemielage aber nicht.

100 Stufen bis zur Plattform.

 

100 Stufen bis zur Aussichtsplattform Wer den Aussichtsturm besteigen will, kann dies künftig immer samstags zwischen 14 und 16 Uhr tun – nach Voranmeldung. Die Tickets zum Preis von 2 Euro für Erwachsene (Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren haben freien Eintritt) können über die Internetseite des Heimatvereins (www.heimatverein-halver.de) in wenigen einfachen Schritten gebucht werden. Einschränkungen, die ebenfalls der Corona-Pandemie geschuldet sind. „Wir müssen den Zutritt begrenzen, außerdem die Kontaktdaten der Besucher registrieren“, sagt Peter Bell. Das erfolgt während der Buchung. Maximal vier Besucher dürfen den Turm gleichzeitig besteigen. Nach einer halben Stunde endet die Besuchszeit. 

Blick bis zum Kölner Dom

Zeit genug also, um die 100 doch recht steilen Stufen in Angriff zu nehmen und dann – quasi als Belohnung – aus 460 Metern Höhe über dem Meeresspiegel die Aussicht zu genießen. Bis nach Köln geht bei klarem Wetter der Blick. „Ich habe von dort oben den Dom schon gesehen“, erzählt Bell, „inzwischen weiß ich aber nicht, ob eventuell Bäume dazwischen stehen.“ 47 Kilometer Luftlinie sind es zwischen der Kathedrale im Rheinischen und dem Aussichtsturm. Aber warum in die Ferne schweifen? „Vor allem hat man einen tollen Blick auf Halver“, sagt Peter Bell. 

Galerie

Künftig gibt es diese Aussicht von Mai bis Ende September für kleines Geld und ein wenig Muskelkraft beim Treppensteigen. Eine Verlängerung der Öffnungszeit in den Oktober hinein ist – je nach Wetterlage – möglich. Um den regelmäßigen Samstags-Betrieb gewährleisten zu können, sucht der Heimatverein ehrenamtliche Turmwächter. Denn: Die Zeiten, als man sich vor Jahrzehnten den Turmschlüssel an der gegenüberliegenden Tankstelle abholte, sind vorbei. 

Ehrenamtliche Turmwächter gesucht

Die Turmwächter sorgen künftig für den Schließdienst und kassieren die Eintrittsgelder. Peter Bell kennt den Job aus seiner Zeit in der Nachwuchsabteilung des SGV. „Damals hatten wir regelmäßig Turmdienst. Einer von uns hat dabei seine Frau kennengelernt. Heute sind die beiden seit fast 50 Jahren verheiratet.“

Bewerbungen für die ehrenamtliche Tätigkeit als Turmwächter und Buchungen von Eintrittskarten sind im Internet unter www.heimatverein-halver.de möglich.

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