Alle warten auf ein Ende

Oesterberg: Baustelle seit 2018

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Schotterflächen und Sperrungen bestimmen seit Monaten das Bild am Oesterberg.

Seit September 2018 leben die Menschen am Oesterberg mit ihrer Baustelle. Geduldig arrangieren sie sich mit Schotterflächen und Sperrungen. Und auch die Baufirma Dohrmann möchte vorankommen. Kommt sie aber nicht.

Der Fortgang der Maßnahme hängt an der Telekom, war die klare Auskunft von Stadtverwaltung, Bauunternehmen und Planer beim Ortstermin am Baucontainer. Denn um die Fahrbahn vernünftig und dauerhaft herstellen zu können, muss der Unterbau 65 Zentimeter tief ausgekoffert werden. Deutlich weniger tief, häufig nur 20 Zentimeter, liegen die alten Kabel des Telefonversorgers. 

Der aber erteilt keinen Auftrag, sie umzuklemmen und dann durch die bereits im Bereich der Gehwege verbauten Leerrohre zu führen. Das würde Geld kosten, so die Vermutung auf städtischer Seite. Und der Telekom nun gratis die Leitungen umzulegen, komme nicht in Frage, hieß es beim städtischen Straßenfachmann Christoph Stillger, bei Bauamtsleiter Michael Schmidt und Bürgermeister Michael Brosch im Rahmen der Baubesprechung. Sich an den 50 Jahre alten Uraltkabeln vorbeizufummeln, sei aber praktisch nicht möglich, sagt Dohrmann-Chef Marcel Pohl. Man könne versuchen, sie zu sichern. 

Telekom sorgt für Verzögerung

Doch die teilweise papierummantelten Leitungen würden später feucht, das Wasser werde in die Muffen laufen, die Telefonverbindung breche zusammen, weiß auch der Ingenieur Bernd Patzke, der eine solche Blockade nach eigenen Angaben „noch nie so erlebt hat“. Das befürchtete Ergebnis jedenfalls werde sein, dass die Altkabel im neuen Unterbau kurz bis mittelfristig ersetzt werden müssten. Dafür aber müsste die Telekom die neue Fahrbahndecke wieder aufreißen – ein Szenario, dass sich niemand vorstellen und noch weniger den Anwohnern erklären möchte. Eigentlich, sagt Stillger, könnte alles ganz einfach sein. 

Ziel: Ende 2020 fertig sein

Die Neuverlegung der Telefonleitung im fertiggestellten Bereich sei eine „Fünf Tages-Arbeit“: ein paar Kopflöcher im gepflasterten Gehweg, Leitung legen, Pflaster wieder einfügen, fertig. Wann die unendliche Geschichte fertig geschrieben ist, ist damit mit Stand von jetzt weiter offen. Seit dem Jahr 2017 weiß das Telefonunternehmen von dem Vorhaben, Ende 2020 will Pohl fertig sein. 1,8 Millionen Euro hat die Stadt dann am Oesterberg verbaut einschließlich der Neuverlegung von Leitungen. Bezahlt haben das zu großen Teilen nach Kommunalabgabengesetz die Hauptanlieger, Wohnungsgesellschaft Halver-Schalksmühle und die Wohnungsgenossenschaft Halver. Durchgestanden haben das Projekt zum Jahresende die Anwohner – jedenfalls, wenn die Telekom mitzieht.

Lesen Sie, wie alles anfing hier

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