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„Ökologisches Projekt in Halver: Pläne für neues Naturschutzgebiet 

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Von: Sarah Lorencic

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Der erste vorläufige Plan für das „Ökologische Projekt“ in Halver
Innerhalb des rot und blau markierten Geländes soll in Kürze ein ökologisches Projekt beginnen. Die städtischen Flächen sollen in Kooperation mit dem Verein Heesfelder Mühle ökologisch aufgewertet werden – es bestehe die Chance auf ein Naturschutzgebiet. Die Fläche erstreckt sich links beginnend hinter der Total-Tankstelle an der Karlshöhe und zieht sich entlang der Landesstraße Richtung Oberbrügge ins nördlich gelegene Hälvertal. Während der größte Teil der Fläche extensiviert werden soll, besteht für den gelben Bereich die Möglichkeit für eine Wohnbebauung © Stadt Halver

In Halver könnte aus einer erworbenen Fläche ein neues Naturschutzgebiet werden.

Halver – Auf einer Fläche am östlichen Stadtrand Richtung Oberbrügge soll „in Kürze ein ökologisches Projekt“ im Rahmen einer „ganzheitlichen Stadtentwicklungsstrategie“ beginnen. Das kündigt Beigeordneter Simon Thienel in einer Vorlage für den Planungsausschuss am kommenden Mittwoch an. Das Gebiet soll in Kooperation mit dem Verein Heesfelder Mühle ökologisch aufgewertet werden – mit Chance auf Ernennung zum Naturschutzgebiet. In kleinen Teilen des Gebiets in angehängten Karten ist zudem eine Fläche für Photovoltaikanlagen sowie für Wohnbau am Stadtrand eingezeichnet.

Die gesamte Fläche ist im städtischen Besitz, zum Teil erst seit Juni. Die Stadt Halver, die Erbengemeinschaft Wippermann, Dr. Axel Wippermann als Teil der Erbengemeinschaft und auch als Privatperson hatten sich auf ein umfangreiches Grundstücksgeschäft geeinigt, bei dem die Familie Wippermann alle in ihrem Besitz befindlichen Flächen in Halver an die Stadt verkauft hat, die sie nicht selbst weiter nutzen. Die „umfangreichen ökologische und städtebaulichen Entwicklungsmöglichkeiten“, die Thienel im Juni ansprach, werden jetzt erstmals konkret. Über ein Teilstück kann der Verein Heesfelder Mühle mit eigenen ökologischen Maßnahmen verfügen, wie es der Vorlage zu entnehmen ist.

Ein neues Naturschutzgebiet könnte entstehen

In dem angekündigten ökologischen Projekt geht es um eine Fläche, die hinter der Total-Tankstelle beginnt und dort entlang der L892 bis ums Feld am Winkhof führt und nördlich rund anderthalb Kilometer durch Forst entlang der Herpine ins Hälvertal ragt. Dort soll Platz für Aufforstung, Wiedervernässung (Maßnahmen zur Anhebung des Wasserstandes in Feuchtgebieten wie Mooren, Feuchtwiesen oder Flussauen mit dem Ziel der Wiederherstellung oder Renaturierung dieser Ökosysteme), Wasserrückhaltung, Wiederbewaldung mit Förderung der Artenvielfalt, Beschattung und Kühlung sowie Anlage und Pflege bestehender Elemente der Kulturlandschaft bieten.

In Kooperation mit der Heesfelder Mühle soll der Großteil der Fläche ökologisch sinnvoll aufgewertet werden. Das Gebiet hätte nach den durchgeführten Maßnahmen Chancen auf die Anerkennung als Naturschutzgebiet, schreibt Thienel in der Vorlage. Die Grünlandflächen sollen dafür extensiviert werden. Extensive Grünlandnutzung ist gekennzeichnet durch ein geringeres Düngeniveau und den weitgehenden Verzicht auf Pflanzenschutzmittel. Solche Flächen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen der Agrarlandschaft und sind Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. „Es ergibt sich ein in Kombination mit der Heesfelder Mühle zusammenhängendes Gebiet, das nach den durchgeführten Maßnahmen Chancen auf die Anerkennung als Naturschutzgebiet haben kann“, so der Wortlaut in der Vorlage.

Begleitet und dokumentiert werden soll das Projekt durch einen Biologen und einen renommierten Professor, der zusammen mit seinen Studierenden der Fachhochschule Münster die Entwicklung der Natur über mehrere Jahre hinweg beobachten wird.

Photovoltaikanlage?

Auf der Grünland-Fläche, die sich rund um den Wandertreff am Winkhof erstreckt, könnte Platz für eine Photovoltaikanlage sein, im Plan der Stadt als „Fläche für PV“ gekennzeichnet. Ausformuliert ist dazu in der Vorlage allerdings nichts. Details und Umsetzungsmöglichkeiten nennt Simon Thienel erst im Planungsausschuss.

Wohnbau?

Auf einem rund 450 Meter langen Streifen ab der Total-Tankstelle entlang der Landesstraße könnte sich auch die Möglichkeit einer baulichen Entwicklung ergeben. „Zu dieser Fläche sollten Politik und Verwaltung ins Gespräch kommen“, empfiehlt Thienel. Auf der anderen Seite der L892, gegenüber dem Wohngebiet „Neuen Herweg“, sieht die Vorlage die mögliche Wohnfläche vor.

Thienel betont in der Vorlage, dass seiner Ansicht nach ohne dieses Projekt eine Entwicklung des Gewerbegebietes Leifersberge unmöglich erscheinen würde und somit mit dem Projekt eine „Symbiose in der Stadtentwicklungspolitik“ geschaffen werde, die Ökologie und Ökonomie in Einklang bringe und somit die konkurrierenden Ziele beider Bereiche zu einem gelungen Gesamtprojekt verschmelzen lasse. Näher erläutert der Beigeordnete diese Annahme jedoch nicht.

Der Planungsausschuss findet am kommenden Mittwoch, 14. September, um 17 Uhr im Sitzungssaal des Feuerwehrgerätehauses statt. Die Sitzung ist öffentlich.

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