Achteinhalb Tonnen Äpfel abgegeben

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Die drei „Apfelköniginnen“ Gabriele Brunsmeier (links), Teresa Schabo (Mitte) und Sabrina Badziura auf den Äpfeln von den Streuobstwiesen der Mühle.

Halver - „Das ist eine tolle Ernte. Es sind richtige Massen auf den Bäumen. Die Bäume biegen sich regelrecht unter den Früchten.“ Nach magerer Apfelernte im vergangenen Jahr freute sich Gabriele Brunsmeier, Obstwiesenberaterin des Vereins Heesfelder Mühle, am Samstag bei der alljährlichen Obstannahme der Mühle zur Saftherstellung über reichen Erntesegen an Äpfeln und Birnen.

Allein auf den Streuobstwiesen des Vereins sammelten die Naturschützer in nur zwei Tagen – Schlechtwetter zum Trotz – drei Tonnen Äpfel. „Ein großer Baum, der bestimmt 100 Jahre alt ist, hat allein eine Tonne Äpfel getragen“, so Gabriele Brunsmeier begeistert.

Hoher Aufpreis für ungespritztes Obst

Das bio-zertifizierte Obst wird zu Bio-Apfelsaft weiterverarbeitet. Im Tausch gegen Direktsaft aus Streuobst brachten Landwirte und Gartenbesitzer im Verlauf des Tages ihre Früchte zur Sammelstelle an der Mühle. Wie gewohnt, wurde bei der Naturschutzaktion zur Erhaltung der heimischen Streuobstwiesen – seit 1990 durchgeführt – ein hoher Aufpreis für ungespritztes Obst von hochstämmigen Apfel- und Birnbäumen angerechnet.

Anders als bei der reichen Ernte erwartet, musste sich jedoch keiner an der Annahmestelle in langen Warteschlangen anstellen. Der erwartete Ansturm blieb aus – möglicherweise dem anhaltenden Regen der letzten Tage zuzuschreiben, der wenig zum Sammeln einlud, oder „weil einfach noch zu viele Äpfel an den Bäumen hängen.“

Kontinuierlich, aber nicht „im Akkord“ wie erwartet, verluden, wogen und füllten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Mühle die reifen, fäulnisfreien Früchte in den bereitstehenden großen Container ab. Nichtsdestotrotz zeigte sich Gabriele Brunsmeier, die sich mit Nachdruck für den Lebensraum Obstwiese einsetzt („Bis zu 3000 unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten besiedeln den Lebensraum Obstwiese“), am Ende des Sammeltages mit dem Ergebnis zufrieden. „Wir haben achteinhalb Tonnen gesammelt. Der Container ist zu drei Vierteln voll.“

In verschlossenen Säcken, Körben und Eimern, bisweilen auch in Treckerschaufeln brachten die Märker ihre Ernte zur Sammelstelle. Manch einer fuhr die Heesfelder Mühle sogar zweimal an. „Wir haben im Vorjahr gar keine Äpfel gehabt“, bestätigte beispielsweise Familie Harke aus Halver Gabriele Brunsmeiers Erfahrung. Diesmal füllten die Früchte von den „Obstbäumen, die mein Großvater gezogen und veredelt hat“ den gesamten Kofferraum aus.

Saftmobil kommt am 24. Oktober

Zu Direktsaft werden die Früchte in der Mosterei Koch in Lage verarbeitet. „Die Mosterei war die einzige, die uns garantiert hat, dass unsere eigenen Früchte wieder in die Flasche kommen und nicht mit anderen gemischt werden.“

Wer wollte, konnte sich an Ort und Stelle auch über die heimischen Streuobstsorten – Jakob Lebel, Ontario, Prinzenapfel und viele andere - informieren. Am Samstag, 24. Oktober, findet der zweite diesjährige Sammeltag statt. Von 9 bis 15 Uhr sind die Ehrenamtlichen zur Annahme der Früchte vor Ort. Zusätzlich kommt an diesem Tag ein Saftmobil. Wer will, kann sich dann eigene Äpfel, Birnen und Quitten direkt zu Saft pressen und abfüllen lassen.

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