Oberbrügge: Sorge um Zukunft der Grundschule 

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Oberbrügge - „Grundschule Oberbrügge muss bleiben“ – der Stadtteil formiert sich zum Kampf um den Erhalt der Schule als „Lebens- und Kulturmittelpunkt“, wie es in einem Flyer heißt, der in Oberbrügge kursiert.

Rund 200 Unterschriften für die Schule hat die Schulpflegschaft bereits gesammelt. In der Politik ist die mögliche Schließung der Schule zurzeit brisantestes Thema. Am Montag tagte die Schulpflegschaft, die Eltern aus dem Ortsteil zu einem Infoabend eingeladen hatte. Gestern Abend beschäftigten sich die CDU- und die SPD-Fraktion mit der Zukunft der Schule Am Nocken, die seit 1959 verlässliche Größe in Halvers größtem Ortsteil nach der Kernstadt ist.

Grundschule nur noch Zweitstandort?

Im Rathaus allerdings werden die Weichen aktuell in eine andere Richtung gestellt. Danach würde die Schule bereits im kommenden Schuljahr 2016/2017 ihre Eigenständigkeit verlieren und zur Dependance der Grundschule auf dem Dorfe werden. In diesem Fall würde auch das Anmeldeverfahren neu aufgelegt werden müssen. Ab dem Schuljahr 2017/2018 würde Oberbrügge keine neuen Schüler mehr aufnehmen. Der Standort Oberbrügge könnte vollständig in der Grundschule Auf dem Dorfe aufgehen.

Mit diesen Vorschlägen gehe die Verwaltung in die Sitzung des Ausschusses für Jugend und Bildung am 24. Februar und, nach positivem Entscheid, bereits am 7. März in den Rat, bestätigte auf Anfrage von come-on.de Bürgermeister Michael Brosch.

"Zu kleine Systeme"

Die Verwaltung folge damit den Vorschlägen, die der externe Schulplaner Dr. Heinfried Habeck im neuen Schulentwicklungsplan für die Stadt Halver macht. Habeck argumentiert damit, dass „bei zu kleinen Systemen die notwendigen pädagogischen Entwicklungspotenziale“ nicht umzusetzen seien. Veränderte Kindheit und Familienstrukturen, Verhaltensproblematiken, das Voranschreiten der schulischen Inklusion, Zunahme von Kindern mit Migrationshintergrund sowie die Aufnahme von Flüchtlingen seien „gesellschaftliche Entwicklungen, die gezielte schulische Veränderungen nötig machen“. Dies könnten kleinere Kollegien in der Regeln nicht leisten, weil dafür und auch für neue Impulse eine personelle Mindestgröße erforderlich sei. Zudem könnte der neue Standort auch die Ganztagsunterbringung bieten, die auch in Oberbrügge nachgefragt werde.

Überlegungen auch zu Lindenhofschule

Für Diskussionen dürfte auch ein weiterer Vorschlag des Gutachters sorgen. Habeck regt an, auch den Standort der Lindenhofschule zu überdenken, die auf einem Schul-Campus beispielsweise in Räumen der freiwerdenden Ganztagsschule untergebracht werden könnte. Die Schule hätte mehr Platz für ihr pädagogisches Konzept zu bieten – und Halver eine Grundschule vorzuhalten, die durch einen Treppenlift barrierefrei sei.

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