Oberbrügge schafft Platz für Flüchtlinge im Pfarrhaus

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Das Pfarrhaus der evangelischen Kirchengemeinde Oberbrügge könnte Platz für Flüchtlinge bieten.

Halver - Die evangelische Kirchengemeinde in Oberbrügge macht den Weg frei für die Unterbringung von zugewiesenen Asylbewerbern im leerstehenden Pfarrhaus neben der Kirche.

Im Anschluss an die Gemeindeversammlung habe das Presbyterium einstimmig den entsprechenden Beschuss gefasst, nach dem das Gebäude an die Stadt Halver zur Unterbringung von Flüchtlingen vermietet werden könnte.

Zwischen 10 und 15 Menschen, so die Schätzungen, könnten dort Unterkunft finden. Für die Stadt würde die Möglichkeit bestehen, die vom Land zugewiesenen Menschen dezentral unterzubringen.

„Das wird keine Susannenhöhe II und keine Erstaufnahmeeinrichtung“, machte im Gespräch mit dieser Zeitung Günther Hösch aus dem Presbyterium deutlich. Die Stadt habe zudem zugesagt, sich um die Menschen zu kümmern, die am Glockenweg einziehen.

Unterbringung im Pfarrhaus ist eine vorübergehende Lösung

Es sei teilweise emotional diskutiert worden in der Gemeindeversammlung, gab Hösch die Stimmung wieder. Insgesamt habe er aber den Eindruck mitgenommen, dass sowohl aus den Gesprächen innerhalb der Gemeinde wie auch durch die Intervention des Bürgermeisters auf Nachfragen aus der Nachbarschaft hin viele Sorgen ausgeräumt worden seien.

Wichtig sei, dass es sich mit der Unterbringung um eine vorübergehende Lösung handele, sagt Hösch. Die Gemeinde verfüge zurzeit über keinen Pfarrer. Wann sie jemanden für das Amt finde, sei derzeit nicht abzusehen.

Aufgrund ihrer Größe verfügt die Gemeinde nur über eine halbe Pfarrstelle. Für den Geistlichen bestehe im Prinzip Residenzpflicht, doch wie bei einer halben Stelle zu verfahren sei, ist nicht klar – und nicht ausgeschlossen sei, dass der neue Pfarrer vielleicht gar nicht ins Pfarrhaus ziehen, sondern unter Umständen selbst eine Immobilie kaufen würde.

Eine Entscheidung, getragen von christlichem Glauben und Nächstenliebe

Berücksichtigung sollen diese Überlegungen finden, indem die Vermietung des Einfamilienhauses befristet erfolge.

Weil Vertragspartner zudem die Stadt sei, fänden die engen Regelungen des Mietrechts keine Anwendung. Die genaue vertragliche Ausgestaltung zwischen der Gemeinde als Eigentümer und der Stadt Halver werde über das Kreiskirchenamt geregelt.

In einem Schreiben an die Gemeindeglieder im Auftrag des Presbyteriums bittet Hösch die Oberbrügger Gemeindeglieder zudem um Unterstützung der Entscheidung, die „von unserem christlichen Glauben und der christlichen Nächstenliebe geprägt“ gewesen sei.

Flüchtlinge brauchen Unterstützung in vielerlei Hinsicht

Es wäre für das Presbyterium eine große Bestätigung, wenn man auf dem nun eingeschlagenen Weg Unterstützung fände. Die Flüchtlinge benötigten Unterstützung in vielerlei Hinsicht, ob sprachlich, bei Behördengängen, Freizeitangeboten oder dem Versuch, sich in der Gesellschaft zurechtzufinden.

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