OadV-Kommunen beraten über Kulturarbeit

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Die Mitglieder der vier Kulturausschüsse trafen sich in der Aula der Realschule Halver.

Halver - Die Kulturarbeit für die Kommunen „Oben an der Volme“ (OadV) muss künftig unter der Federführung eines Vereines oder einer gemeinnützigen GmbH erfolgen. Das beschlossen die Mitglieder der Kulturausschüsse von Halver, Schalksmühle, Meinerzhagen und Kierspe in ihrer gemeinsamen Sitzung am Mittwoch.  Wie die Rechtsform genau aussehen soll, ist noch nicht klar.

Von Kristina Köller

Der Kulturmanager David Babin umriss die Inhalte des von ihm ausgearbeiteten Kulturentwicklungsplans. Damit die vier Kommunen in Zusammenarbeit Kulturstätten betreiben und Veranstaltungen organisieren können, müsse eine eigene Rechtsform her, erklärte er im Zuge dessen. Diese Organisation werde die Steuerung der gemeinsamen Vorhaben übernehmen. „Sie ist in der Lage, Träger von Veranstaltungen zu sein. Sie darf Fördermittel beantragen und erhalten, Spenden annehmen und Mitarbeiter beschäftigen“, beschrieb Babin die Aufgaben und Verantwortlichkeiten, die momentan noch die Verwaltung der Stadt Halver für OadV übernimmt.

Eine eigenständige Organisation könne Projekte selbstständig abwickeln. Entscheidungs- und Bearbeitungsprozesse ließen sich auf diese Weise verkürzen, führte der Kulturmanager aus. Auf die Frage, wie die Rechtsform genau aussehen werde, antwortete Thomas Gehring, Fachbereichsleiter Bürgerdienste der Stadt Halver: „Heute soll es erst mal nur den Konsens geben, dass wir eine Rechtsform erstellen wollen. Das ist existenziell. Im zweiten Halbjahr ist es dann die Aufgabe von David Babin, die Struktur zu entwickeln.“ Die Frage nach dem Aufbau sei deshalb noch nicht zu beantworten.

Babin erklärte, er sei dabei, zusammen mit Jura-Studenten alle Modelle auf ihre Tauglichkeit zu prüfen. Eine gemeinnützige GmbH oder ein Verein seien am wahrscheinlichsten. Anschließend entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Einige Kulturausschussmitglieder äußerten Bedenken, dass die Kulturvereine, Künstler und Ehrenamtler in den Entscheidungsprozessen zu kurz kommen oder die vier Kommunen gar in ihren Kompetenzen und individuellen Identitäten beschnitten werden könnten. Eine Hierarchie „von oben nach unten“ stieß auf Kritik.

Babin und Gehring beteuerten jedoch, dass die Akteure ihre festen Plätze in der Organisation erhalten und teilweise auch Ämter bekleiden würden.

Kulturakteure behalten ihre Freiheiten

Die Gespräche näherten sich schließlich den einzelnen Kulturveranstaltungen und ihren Rahmenprogrammen. Viele Fragen wurden aufgeworfen: Wofür gibt es Geld? Aus welchen Töpfen kommt das? Wie erreichen die Veranstalter in Zukunft auch sozial schwächere Bevölkerungsgruppen? Und vor allem: Plant all die kleinen Veranstaltungen bald die besagte Organisation selbst?

Zur letzteren Frage ergriff Marc Voswinkel, Vorsitzender des Kiersper Kulturausschusses, das Wort: „Mit der Rechtsform werden bloß die Leitplanken gestellt. Unter den Rahmenbedingungen, die wir schaffen, gestalten die Akteure selbstständig.“

Infobox:

Die Ausschüsse der vier Kommunen stimmten am Mittwochabend – bei Enthaltung eines Meinerzhageners – dafür, den Kulturentwicklungsplan als Grundlage für die Arbeit „Oben an der Volme“ zu nutzen. Der Kulturmanager David Babin hatte den Plan seit April 2013 zusammen mit vielen Akteuren ausgearbeitet. In dem 64-seitigen Dokument ist die bestehende Kulturlandschaft in den vier Kommunen analysiert worden. Dabei wurden demographische und infrastrukturelle Besonderheiten der Region berücksichtigt. Nach einer Abwägung von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken sind schließlich Ziele formuliert worden, die alle Akteure gemeinsam erreichen wollen: Kultur gemeinsam entwickeln, positionieren und vermarkten. Der Entwicklungsplan gibt ihnen dazu einen Maßnahmenkatalog an die Hand.

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