Neue Flüchtlingsunterkunft

Stadt Halver kauft Hotel Frommann und Halver-Rollen

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Die Stadt Halver hat das Hotel Fromman gekauft und wird dort Flüchtlinge unterbringen.

Halver - Die Stadt Halver hat das ehemalige Hotel Frommann an der Hälverstraße und die leerstehende Gewerbeimmobilie Halver-Rollen an der Hermann-Köhler-Straße gekauft.

Das ebenfalls leerstehende Hotel soll Platz bieten, um dort etwa 60 Flüchtlinge unterzubringen. Halver-Rollen in attraktiver innerstädtischer Lage sei mittelfristig eine interessante Fläche für Wohnbebauung.

Beide Einheiten übernahm die Stadt im Paket aus der Insolvenzmasse des verstorbenen Lüdenscheider Immobilienunternehmers Horst Hellerforth. Der Kaufvertrag wurde am Dienstagvormittag notariell beurkundet. Der Rat muss die Dringlichkeitsentscheidung nachträglich genehmigen. Die Spitzen der Ratsfraktionen wurden am Montag über den Sachstand zur Flüchtlingsunterbringung informiert. Zum Kaufpreis machte Bürgermeister Michael Brosch keine Angaben.

Hintergrund des Grundstücksdeals ist die sich abzeichnende Auflösung der Notunterkunft an der Susannenhöhe, die im Auftrag des Landes durch den Märkischen Kreis betrieben wird. Der Mietvertrag für das Gebäude läuft Ende Februar aus. „Das Land will sich von den kleineren Einheiten trennen“, gab Brosch im Gespräch mit dieser Zeitung die Tendenz wieder. Aus praktischen und aus Kostengründen geht der Trend beim Land zu großen Einheiten. 

Damit entsteht für die Stadt eine Zwangslage. Die 150 Bewohner der Notunterkunft werden auf das Halveraner Unterbringungskontingent angerechnet. Verlassen sie in Kürze die Stadt, muss Halver binnen eines Zeitraums von fünf Monaten 150 Plätze für zugewiesene Flüchtlinge bereitstellen, die dann aber nicht mehr in provisorischen Unterkünften wie an der Susannenhöhe untergebracht werden können. Sie würden dann über einen längeren Zeitraum von einem oder mehr Jahren in Halver leben. Dann benötigen sie andere Räumlichkeiten, die Möglichkeit zu kochen und insgesamt mehr Fläche. Aus diesem Grund würde die frühere Förderschule in Oeckinghausen höchstens noch Platz für die Hälfte der Bewohner bieten. Im Hotel Frommann rechnet Brosch mit 60 Menschen.

Ebenso für die Unterbringung von Asylbewerbern genutzt werden soll das leer stehende Gebäude Marktstraße 16 aus dem Bestand der Wohnungsgesellschaft Halver-Schalksmühle.

Welche Ressourcen im Jahr 2016 überhaupt benötigt werden, sei nicht einzuschätzen, erläuterte Brosch weiter. Als Planungsgrundlage dienen derzeit die Zahlen aus dem vergangenen Jahr. Daraus rechnet Brosch eine Zahl von rund 600 Menschen hoch, die Ende 2016 als Flüchtlinge in Halver leben könnten. „Wir haben sicherlich noch Reserven, aber nicht in kleinen Einheiten und für längere Zeiträume.“

Sollte durch verstärkte Zuwanderung Druck entstehen, prüfe man verwaltungsintern auch die Herrichtung einer städtischen Notunterkunft, um Menschen kurzfristig ein Dach über dem Kopf bieten zu können. In diesem Zusammenhang könnte die Immobilie Halver-Rollen kurzfristig eine Rolle zur Unterbringung spielen. Das werde, wenn überhaupt, aber nur mit vorheriger Information der Nachbarschaft erfolgen, kündigt Brosch an. Es müsse „niemand dort Sorge haben, dass da plötzlich ein Bus steht“. Dies Verpflichtung zur Information sehe er auch für alle weiteren Unterbringungen in der Stadt.

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