Notfall? „Gut darauf vorbereiten“

Hartmut Rohlfing sagt, die Patienten müssen künftig umdenken. ▪ Weber

HALVER ▪ Da gab’s einiges zu bereden: Gestern hat der Internist Hartmut Rohlfing in Sachen neue Notfallregelung Stellung bezogen. Im Rahmen der Parkgespräche im Bürgerzentrum „Am Park“ informierte der Sprecher der Halveraner Ärzteschaft aber auch gleichzeitig.

Christa Knitter moderierte den Vortrag, der keineswegs einseitig blieb. Mehr als 40 Gäste waren gekommen, um Fragen zu stellen, aber auch Ängste zu schildern. Rohlfing hatte vor allem eine Botschaft und die heißt „Umdenken“. Dass jemanden ein und derselbe Arzt begleitet, diese Zeiten seien vorbei. Er forderte die Besucher auf, sich selbst zu kümmern. „Das ist das Ikea-Prinzip, selber machen.“ Das heißt konkret: Im Voraus mit dem Hausarzt abzusprechen, wie man in einem vermeidlichen Notfall reagieren kann.

Und wer dennoch einen Notarzt brauche, der müsse selbst entscheiden, ob er die Notfallnummer anruft oder die 112 wählt. Wer genau sich am anderen Ende der neuen Leitung meldet, dass weiß auch der Halveraner Arzt nicht. Es seien geschulte Disponenten, mehr wisse er nicht. Ärzte seien es nicht, vermutlich auch kein medizinisches Fachpersonal. Und wird dann ein Arzt losgeschickt – es gibt zwei Fahrdienste für den Märkischen Kreis, Olpe und Siegen – könne das eine Weile dauern. Wer die 112 wählt und sich herausstellt, dass der Fahrdienst gereicht hätte, für den kann es teuer werden, denn er muss selbst zahlen. Doch bevor Patienten überhaupt zum Hörer greifen, empfiehlt er, wenn es möglich ist, zum Arzt ins Krankenhaus zu fahren. In den Krankenhäusern in Lüdenscheid und Iserlohn sind entsprechende Praxen eingerichtet. Das sei aber mehr ein „Kabuff“, er selbst habe schon einen Dienst dort hinter sich. Ansonsten kann jeder weiterhin die Ambulanz eines jeden Krankenhauses in Anspruch nehmen.

Hartmut Rohlfing appellierte an die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, das neue System in Zukunft besser nach Außen zu kommunizieren und die Ärzte damit nicht alleine zu lassen. Langfristig, so hofft der Internist, soll diese Regelung auch mit dafür sorgen, dass wieder mehr junge Mediziner eine Praxis in ländlichen Regionen eröffnen. Für ihn persönlich hätte sich die Situation auch deutlich gebessert: Statt zwölf muss er nur noch zwei Wochenenden im Jahr arbeiten, hinzu kommen Dienste in der Woche. ▪ Lisa Weber

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