Schulen und Kitas

Schulen stellen sich der Krise

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Halver/Schalksmühle – Die geschlossenen Schulen in Halver und Schalksmühle haben sich auf den Krisenmodus eingestellt. Wie die Betreuung der Schüler und die Versorgung mit Unterrichtsmaterial erfolgt, ist dabei unterschiedlich.

Zwischen dem Anne-Frank-Gymnasium (AFG), das seit Jahren die Digitalisierung des Lernens vorantreibt, und Grundschulen mit kleineren Kindern bestehen naturgemäß riesige Unterschiede. „Die Kinder werden versorgt, die Lehrer machen Unterricht.“

Am AFG in Halver ist Schulleiter Paul Meurer froh über die digitale Lernplattform. Die Rückkopplung zwischen Schülern und Lehrpersonal erfolgt bei Bedarf in Echtzeit. 

Dort wie auch an der Humboldtschule Halver stellen weitere Kollegen die Notbetreuung sicher – für den Fall, dass Eltern keine andere Möglichkeit finden. Wenn unabwendbar auch an den Wochenenden und über die Osterferien, stellen Meurer und Reiner Klausing, Schulleiter der Humboldtschule, klar. Und auch dort läuft der Unterricht weiter. 

Wochenpläne werden abgearbeitet

Das Modell der Humboldtschule ist, dass Wochenlernpläne von den Schülern abgearbeitet werden müssen. Und auch das geht digital. Deutsch, Mathe und Englisch sind das Kerngeschäft, die Arbeitsergebnisse können anschließend in der Lernmappe festgehalte werden, sodass eine Kontrollmöglichkeit besteht.

Im Grundschulbereich wie an der Regenbogenschule Halver ist das Lernen von zuhause aus schwieriger. Die Kollegen setzten auf individuelle und altersangepasste Lösungen. „Das geht nicht online“, sagt Schulleiterin Petra Schreiber, die „ihren“ Kindern gebundene Arbeitshefte mit nach Hause gegeben hat. Neue Inhalte würden nicht eingeführt, aber bereits durchgenommener Stoff bis zu den Osterferien wiederholt. Auch hier sei die Notbetreuung sichergestellt, falls angefragt. 

Hier könne sich der Personalbedarf von Tag zu Tag ändern, was man organisatorisch berücksichtigen müsse. 

Digital und bei Bedarf mit telefonischer Unterstützung wird auch an der Schalksmühler Primusschule in der unterrichtsfreien Corona-Zeit weitergelernt. Unterrichtsmaterial für die Fach- und Lerngruppen wird über eine Lernplattform verteilt. Die nötigen E-Mail-Adressen hat die Schule im Vorfeld eingesammelt, sodass Schule nicht zum Erliegen kommt. 

Selbstständiges Lernen in Lerngruppen

Das selbstständige Lernen in Lerngruppen bewähre sich auch in der Krise, so die Einschätzung von Fachbereichsleiterin Anja Wolf im Schalksmühler Rathaus. 

Während an derPrimusschule der Bedarf an einer Notbetreuung äußerst überschaubar ist, müssen in der Gemeinde aber auch die kommunalen Kitas eine Notfallbetreuung sicherstellen für Eltern, die in systemrelevanten Jobs unabkömmlich sind. Rechne man Erzieherinnen heraus, die aufgrund von Vorerkrankungen oder Altersgründen der Gefährdung durch möglicherweise erkrankte Kinder nicht auszusetzen sind, werde es mit der Personaldecke insbesondere in Dahlerbrück eng, so die Einschätzung noch vom Wochenbeginn.

Das Jugendamt des Märkischen Kreises will Eltern finanziell entlasten, die ihre Kinder aufgrund des landesweiten Betretungsverbots nicht in die Kindertageseinrichtungen (Kitas) oder in die Kindestagespflege schicken können. 

Elternbeiträge werden erlassen

Für Eltern, die im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes – dazu gehören Balve, Halver, Herscheid, Kierspe, Nachrodt-Wiblingwerde, Neuenrade, Meinerzhagen und Schalksmühle – wohnen, sollen zunächst für die Monate März und April 2020 die Elternbeiträge erlassen werden. Die Verrechnung der zu viel gezahlten Beiträge erfolgt dann zum Ende des Kindergartenjahres (31. Juni 2020).

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