Gewerbeflächen fehlen

Unbefriedigende Situation: Kaum Raum für Gewerbe in Halver

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In Oeckinghausen gibt es noch 3000 Quadratmeter an verfügbaren Gewerbeflächen.

Halver/Altena - Eine ernüchternde Bilanz, was verfügbare Gewerbeflächen im Märkischen Kreis angeht, hat Jochen Schröder, Vorsitzender der Gesellschaft für Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis (GWS), beim Wirtschaftsgespräch im Altenaer Rathaus gezogen.

Die unbefriedigende Situation zieht sich durch den gesamten Kreis. In Halver weist Kämmerer Markus Tempelmann seit Langem darauf hin, dass er ansiedlungs- oder erweiterungswilligen Betrieben kaum noch Angebote machen könne. 

Konkret bedeutet das, dass im Gewerbegebiet zurzeit zusammenhängend noch zwei Hektar Fläche (20 000 Quadratmeter) zur Verfügung stehen. Alternativ könnten die Flächen noch parzelliert werden. Weitere 3000 Quadratmeter sind es in Oeckinghausen an der Alfred-Jung-Straße, die Tempelmann noch im Portfolio hätte. 

Appell des Kämmerers

Ziel der Stadt müsse sein, sich in dieser Hinsicht neu zu bevorraten. Mit entsprechenden Überlegungen ist Halver bereits an die Bezirksregierung herangetreten. Entscheidendes Gremium ist dabei der Regionalrat. Ein weiterer Appell Tempelmanns gilt aber auch Besitzern von Flächen oder Hallen, die nicht mehr genutzt werden. Auch diese sollten der Stadt bekannt gemacht werden, soweit sie es noch nicht sind. Für manchen Interessenten könnten sie unter Umständen Alternative sein und damit Argument, nach Halver zu kommen oder in der Stadt zu bleiben. 

Für ansiedlungs- und erweiterungswillige Betriebe werden auch in Halver die Flächen knapp. Die Firma Markes hat noch eine Fläche an der Susannenhöhe ergattert.

Wie hoch kreisweit der Druck ist, zeigt sich am Beispiel des interkommunalen Gewerbegebiets Rosmart, das nach der Erschließung zum Sorgenkind der Städte Altena, Lüdenscheid und Werdohl geworden war. Bei verhältnismäßig hohen Quadratmeterpreisen schleppte sich die Vermarktung über Jahre dahin. Der Verkauf der Einheiten deckte gerade die finanziellen Bedarfe der Märkische Gewerbepark Rosmart GmbH. Die Kommunen hatten mit Bürgschaften für die Finanzierungskosten für die Erschließung geradestehen müssen. Doch inzwischen geht auch die Vermarktung dieser Flächen voran. 

Nur in Meinerzhagen und Hemer gibt es noch mehr als zehn Hektar schnell verfügbare Gewerbefläche, in Lüdenscheid und Schalksmühle sind überhaupt keine mehr auf dem Markt, analysiert Schröder die Lage. „Wirtschaft braucht Raum“, mahnte er und zeigte im Wirtschaftsgespräch auf, dass die vorhandenen Flächen nicht mehr lange reichen werden. Zwischen 10 und 20 Hektar Gewerbeflächen wurden in der Vergangenheit pro Jahr im Kreis verkauft – so gesehen sei womöglich in vier, fünf Jahren schon Schluss. 

Gewerbeflächenmonitoring der Bezirksregierung

Vor diesem Hintergrund kommt dem Regionalplan für den Märkischen Kreis, den die Bezirksregierung gerade neu überarbeitet, nach Ansicht der GWS und der Kommunen große Bedeutung zu. Sie hoffen, dass darin neue Gewerbegebiete ausgewiesen werden und haben Probleme mit dem Gewerbeflächenmonitoring der Bezirksregierung, das zu dem Ergebnis kommt, das bis 2035 Flächenreserven von 517 Hektar zur Verfügung stehen werden – ein Wert, den Schröder in seiner Präsentation kritisch hinterfragte. 

Weil von diesen 517 Hektar inzwischen einiges verkauft sei, betrage die Reserve schon jetzt nur noch 439 Hektar. Ziehe man jene Flächen ab, die wegen Umwelt- oder technischen Restriktionen nur eingeschränkt nutzbar seien, komme man auf 380 Hektar, von denen wiederum 140 Hektar in der Hand von Betrieben seien, die sie als Erweiterungsflächen vorhielten. Etwa 170 Hektar seien im Privatbesitz und stünden deshalb nicht zuverlässig zur Verfügung, sodass am Ende von den 517 Hektar nur noch 74 übrig blieben.

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