Belastung deutlich zurückgegangen

Neyetalsperre: Experten vermelden Erfolge

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Die Staumauer der Neyetalsperre

Halver/Hückeswagen - Einen Tag der nach der Thematisierung der Güllekatastrophe im Umweltausschuss des Landtags vermeldete der Wupperverband am Donnerstag „gute Erfolge“ bei der Behandlung der Gülleblase in der Neyetalsperre.

Bereits im Vorfeld der Sitzung in Düsseldorf trafen sich offenbar Vertreter der Bezirksregierung Köln, der Unteren Wasserbehörde des Oberbergischen Kreises, des Landesumweltamtes (LANUV), der EWR (Energie und Wasser für Remscheid) GmbH und des Wupperverbandes, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Nach der Verunreinigung am 18. Mai durch auslaufende Gülle eines Hofes in Halver-Kotten hatte sich am Boden der Talsperre vor der Staumauer ein Gemisch aus Gülle und Wasser als Gülleblase eingelagert. Die oberen Wasserschichten der Talsperre seien hingegen unbelastet geblieben. In der Folge hatte die Bezirksregierung Köln die Behandlung von 50.000 Kubikmetern Wasser aus der Talsperre in der Kläranlage Hückeswagen genehmigt.

Belastung deutlich zurückgegangen

Am Montag sei diese Menge erreicht worden, wie es jetzt vom Wupperverband heißt. „Durch die Behandlung in der Kläranlage konnte ein guter Erfolg erzielt werden. Die Belastung in der Neyetalsperre ist dadurch deutlich zurückgegangen“, betonen die Verantwortlichen in einer Presseerklärung.

Trotzdem gebe es bereits eine sehr starke Algenbildung

Die Messwerte ließen darauf schließen, dass die Gülleblase mit der hochkonzentrierten Verunreinigung weitestgehend aus der Talsperre entfernt worden ist. Mittlerweile sei auch keine Einfärbung des Wassers mehr erkennbar. Geringe Schadstoffkonzentrationen seien am Grund der Neyetalsperre jedoch noch vorhanden. „Die Konzentrationen für Stickstoff und Phosphor sind zwar deutlich gesunken, liegen aber noch über den normalen Werten. Zurzeit ist bereits – trotz dieser Erfolge – eine sehr starke Algenentwicklung in der Talsperre zu verzeichnen. Weitere längerfristige Auswirkungen sind noch nicht absehbar“, heißt es in der Mitteilung weiter.

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Der Wupperverband und die EWR GmbH streben an, die Behandlung in der Kläranlage Hückeswagen fortzusetzen, möglichst in Kombination mit anderen Maßnahmen, über die in den nächsten Wochen noch entschieden werden soll. Daher wolle der Verband vorsorglich einen Verlängerungsantrag für die Mitbehandlung in der Kläranlage stellen. Mit einer Entscheidung, wie die Beteiligten mit dem noch schwach belasteten Wasser auf dem Grund der Neyetalsperre umgehen werden, sei in der kommenden Woche zu rechnen.

Bever- und Wupper-Talsperre nicht beeinträchtigt

Die Wasserqualität in den als Badegewässer genutzten benachbarten Bever- und Wupper-Talsperren sei durch den Vorfall an der Neyetalsperre aber nicht beeinträchtigt, betonten die Experten am Donnerstag. - zach

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