Aus „Mills and Friends“ wird „Seven Hills Blend“

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Ohne große Werbung und trotz Stadtfestes in Lüdenscheid war das Debüt-Konzert von „Seven Hills Blend“ in der Heesfelder Mühle ausverkauft – und die Band dankte es mit einem begeisternden Auftritt.

Halver - Mit klopfendem „Herzen“, instrumental erzeugt, gab die Band „Seven Hills Blend“ aus Lüdenscheid am Samstagabend in der Heesfelder Mühle ihr Debüt. „Vor zweieinhalb Jahren hab ich hier zum letzten Mal gestanden“, ließ Manager Frankie Störmer wissen. Damals stimmte er die Zuhörer auf eine heiße Rocknacht mit der bekannten Formation „Mills and Friends“, kurz MAF, ein.

Von MAF sind in der neuen Band Gitarrist Martin Bärwolf, am Samstag in bester Spiellaune, und Holger Wortmann - diesmal am Mischpult - noch mit dabei. „Nach jedem Ende gibt’s einen neuen Anfang“, meinte der Ex-MAF-Manager. „Es gibt Junge und ganz Junge. Es gibt Mann und Frau, und es gibt Rock und Blues.“ Dass das Konzert der „Newcomer-Band“ trotz Stadtfestes in Lüdenscheid seit Monaten ausverkauft war, spricht für sich. Sogar Gäste aus Berlin und Greifswald mischten kräftig mit.

„Der einzige Termin, der ging, war parallel zum Stadtfest.“ Anfängliche Nervosität, im ersten Set zu spüren, legten die Lüdenscheider rasch ab. Je weiter der Abend fortschritt, desto lockerer und zündender spielte die neue Coverband auf. Mitgerissen von heißen Rhythmen und unvergessenen Songs - mal nah am Original, mal mit unverkennbar eigener Note interpretiert - tanzte, wippte und klatschte am Ende jeder in der „rappelvollen“ (Musik-) Scheune mit.

Erst nach zwei Zugaben und aufmunternden „Einer geht noch“-Rufen entließen die begeisterten Fans die viel versprechende Formation, die sich - darüber waren sich alle einig - gesucht und gefunden hatte. Dass mit „Proud Mary“ von Creedence Clearwater Revival und dem unvergessenen Jimi Hendrix-Song „Hey Joe“ noch zwei Klassiker als „Nachschlag“ kamen, setzte dem Abend gleichsam das Sahnehäubchen auf.

Am Mikro Christine Clever und Kevin Dewald, der auch als kongenialer Blues-Harp-Spieler überraschte, trat die Band bei ihrem ersten Schritt ins Rampenlicht einen furiosen Streifzug durch fünf Jahrzehnte Musikgeschichte an. Für den runden, vollen Sound standen neben Martin Bärwolf - der seine Finger in gewohnt atemberaubendem Tempo über die Saiten fliegen ließ und bei schweißtreibenden Soli die Bühne ein ums andere Mal mit dem Publikumsraum tauschte - Drummer Julian Wohlgemuth, Bassist Hans-Jürgen Kindel und Gitarrist sowie Keyboarder Norman Brinkhoff als Garanten.

Bei den Rolling Stones, Pretenders, Bill Withers, Prince, Chuck Berry, Otis Redding und anderen machten die „Newcomer“ - teils Youngster, teils „alte Hasen“ mit viel Erfahrung - Anleihen. Mit großer Stimme, Charme und einnehmender Bühnenpräsenz nahm „Rockröhre“ Christine Clever, die auch für satte Bluesstücke ein Händchen hat, das Publikum für sich ein. Kevin Dewald fühlte sich unter anderem bei „Jumping Jack Flash“ sichtlich wohl in den großen Fußstapfen und heizte den Besuchern mächtig ein. Nicht verschwiegen werden darf, dass Christoph Dziuk (Ton und Licht) zum prickelnden Sound das stimmige Ambiente in der Scheune der Heesfelder Mühle schuf. Zweifellos eine bemerkenswerte Premiere von „Seven Hills Blend“. - Von Monika Salzmann

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