Midsummer Open Air: Knallhart und butterweich

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Mit Herzblut bei der Sache: Die Lüdenscheider Band Allein der Tag.

HALVER ▪ Festival-Feeling gleich neben dem Rathaus: Im Halveraner Rathauspark ging am Samstag die neunte Auflage des „Midsummer Open Air“ über die Bühne. Über den Tag verteilt strömten rund 700 Besucher in die Grünanlage, die von neun Bands und vier Liedermachern mit einem Klangspektrum beschallt wurde, das von knallhart bis butterweich reichte.

Auf der Muschelbühne gaben sich lokale Bands und Größen der alternativen Szene – allen voran der viel umjubelte Headliner The Hirsch Effekt aus Hannover – die Klinke in die Hand und boten einen wilden Mix aus Hard- und Postcore, Indie- und Alternative-Rock, Pop und Punk.

Schreien und Kreischen zum Auftakt

Den Auftakt zum neunstündigen Live-Spektakel bestritt die Lüdenscheider Combo Circlesquaretriangle. Sänger Amadeus Mauritz kreischte und schrie sich die Seele aus dem Leib zu der unberechenbaren Kombination aus Hardcore, Jazz und Reggae, ehe mit Allein der Tag die zweite Band aus der Bergstadt an der Reihe war. Die Gruppe um Frontmann Basti Schlepps bot atmosphärischen Rock mit Screamo-Einlagen und lyrischen Texten. Ebenfalls in Spiellaune zeigten sich die Hagener Punkrocker von Paragraph 08/15, die im Rathauspark konsequent das Gaspedal durchtraten.

Thoughts Paint The Sky aus Essen bewiesen eindrucksvoll, dass sich Akustikgitarren, Screamo und Härte nicht ausschließen, ehe mit Akela die „Allstars“ der Lüdenscheider Hardcore-Szene den Zuhörern das nächste Klangbrett um die Ohren hauten. Auch die Koblenzer von Lake Cisco und die Post-Hardcore-Combo The Tidal Sleep aus Mannheim wussten das Publikum zu begeistern.

Midsummer Open Air

Knallhart ging es auch bei Ahses Of Pompeii zur Sache. Das Postcore-Quartett aus Köln und Marburg erntete Sonderapplaus für den Coversong „Dancing Upon The Moon“ der in Lüdenscheid beliebten Formation An Early Cascade.

Drei Hannoveraner in Bestform

Als echter Zuschauermagnet erwies sich der mit Spannung erwartete Auftritt des Headliners The Hirsch Effekt – und das Trio aus Hannover stand den Erwartungen in nichts nach: Die Band um Frontmann Nils Wittrock überzeugte mit ihrem ebenso unkonventionellen wie anspruchsvollen Mix aus Indie, Electro, Postpunk und Metal und löste im Publikum zu später Stunde wahre Begeisterungsstürme aus.

Ruhiger ging es zwischenzeitlich auf dem „Bühnchen“ zu, auf dem vier Singer/Songwriter nur mit Akustikinstrumenten und ihren Stimmbändern ausgestattet auftraten. Andrew Winnow aus Plettenberg sorgte hier für Lokalkolorit. Richtig voll wurde es vor der kleinen Bühne bei den Auftritten von Ghost Of A Chance aus Mainz und Sea + Air aus Baden-Württemberg.

Abwechselung auch abseits der Bühnen

Auch abseits der Bühnen war für Unterhaltung gesorgt: So hatten Besucher nicht nur die Möglichkeit, sich mit Band-Merch und Musik einzudecken, sondern auch, sich an Infoständen über die Arbeit der Meeresschützer von „Sea Shepherd“, der „Hardcore Help Foundation“ und des autonomen und sozialen Zentrums Stiglitz zu informieren.

Für Erfrischung und Stärkung der Festivalbesucher sorgten die freiwilligen Helfer im Bierwagen und an den Imbissständen. Hier erfreute sich insbesondere der Stand der Gruppe „What´s Inside“, der ausschließlich vegane Gerichte anbot, großer Beliebtheit.

Als die letzten Töne im Rathauspark verklungen waren, war die Feier allerdings noch längst nicht beendet: Im Eigenart, wo sich die Niederländer von Mekong mit einem Unplugged-Set die Ehre gaben, ließen es zahlreiche Festivalbesucher bei der offiziellen Aftershow-Party noch bis in die frühen Morgenstunden krachen. ▪ Sven Prillwitz

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