Festlicher Einstieg ins Jahr

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Hans-Jürgen Kammenhuber (links) und Werner Sinnwell (rechts) suchen normalerweise nicht die große Bühne. Bei der Vergabe des Ehrenrings war das beim Neujahrsempfang allerdings nicht vermeidbar.

Halver - Tanzende Sternsinger auf dem Flur zum Bläsersound auf der Bühne der Humboldt-Aula, nachdenklich stimmende Worte von Pfarrer Claus Optenhöfel und Bürgermeister Michael Brosch – der Neujahrsempfang der Stadt Halver hatte viel zu bieten. Und das wollten sich viele nicht entgehen lassen.

250 Gäste waren gekommen bei schönem Wetter und knackiger Kälte in die baulich und energetisch aufgerüstete Schulaula, für die sich Realschulleiter Friedhelm Schröder noch einmal herzlich bedankte. 

Und für die Besucher lüftete sich zudem das Geheimnis, wer künftig den Ehrenring der Stadt tragen darf. Es sind der Bürgermeister und Stadtdirektor außer Dienst Hans-Jürgen Kammenhuber und der Pädagoge und Autor Werner Sinnwell. 

Austausch, Sekt und Fotos schauen 

Was den Empfang zum Jahresbeginn immer ausmacht, fehlte auch gestern nicht: Die Möglichkeit zum zwanglosen Austausch bei Saft oder Sekt und der Blick zurück auf das abgelaufene Jahr. In Bildern machte das erneut Andrea Reich möglich, die fast 200 Aufnahmen des Allgemeinen Anzeigers aus 2018 zu einer humorvollen zwölfminütigen Fotoschau verdichtet hatte. 

Neujahrsempfang der Stadt Halver

Auch Bürgermeister Michael Brosch warf einen Blick zurück in seinem Grußwort. Auf das bedeutendste Ereignis mit der Eröffnung des Fachmarktzentrums auf dem früheren Bahngelände, auf das ergreifendste mit dem Besuch Überlebender des Holocausts, die ihren Frieden mit Deutschland schließen wollten, und mit der Diskussion über die Frage Lidl und Werkhof, in der Brosch noch einmal Positionen und Handlungsmöglichkeiten der Stadt aufzeigte und den unveränderten Willen beteuerte, eine für alle Seiten tragfähige Lösung zu finden.

Nachdenklich zeigte er sich beim Blick auf die Entwicklung im Einzelhandel. Sein Appell galt allen Bürgern, die neuen Möglichkeiten zu nutzen und nicht allein aufs Internet zuzugreifen. 

Eigene Rollen hinterfragen 

Ebenfalls nachdenklich: Das Grußwort der Kirchen, das Pfarrer Claus Optenhöfel überbrachte. Er setzte sich mit seiner Rolle als Redner, auch mit der Kirche in einer sich rasant verändernden Gesellschaft auseinander. Warum ein christliches Grußwort überhaupt angefragt sei, wenn andernorts schon jetzt, in Halver vielleicht schon bald die Kirchenzugehörigkeit Sache einer Minderheit sein werde. 

Diese Gewohnheiten nahm der katholische Geistliche auseinander, verbunden mit der Frage, ob nicht auch im politischen Raum und auf den höheren Ebenen Gewohnheiten und Lobbies die Verfolgung wirklicher Werte blockierten. Dass er auf diese Beiträge der Kirche nicht verzichten möchte, machte im Anschluss Michael Brosch klar. Wirken und Werte der Kirche seien unverändert aktuell.

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