Neuen Herweg sorgt in Halver für Zündstoff

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Querung der Landesstraße 892 an der Karlshöhe sorgt nach wie vor für Zündstoff.

Halver - Für Schulkinder und allgemein Fußgänger aus dem Bereich Neuen Herweg wird es in absehbarer Zeit keine sichere Lösung zur Querung der Landesstraße 892 in Höhe des Minigolfplatzes an der Karlshöhe geben.

Der Märkische Kreis favorisiere eine „größere Lösung“, die aber durch die Verwaltung der Stadt Halver in der Ratssitzung vom Montag nicht weiter konkretisiert werden konnte. Die Einrichtung eines Zebrastreifens scheitert offenbar an rechtlichen Vorgaben. 

Die Haushaltsmittel, die auf Initiative von Grünen und UWG für dieses Jahr für Sicherungsmaßnahmen eingestellt worden waren, werden für Mehrkosten beim Kita-Umbau in Oberbrügge eingesetzt. 

Es war diese Tischvorlage, die in der Sitzung für Furore sorgte. Eher beiläufig erfuhr der Rat über den Deckungsvorschlag für die zusätzlich benötigten 50 000 Euro vom Scheitern des Versuchs, die fußläufige Verbindung des Ortsteils mit der Stadt sicherer zu machen.

„Warum muss ich das hier abfragen? Das bedrückt mich“, kommentierte der sichtlich verärgerte UWG-Fraktionschef Werner Lemmert das Verfahren. Anwohner und insbesondere Eltern hätten einen Anspruch zu erfahren, wann da etwas passiert. Auch die Politik stehe in der Pflicht. 

„Situation so nicht tragbar“ 

Offenkundig war auch die Verärgerung bei der Fraktion der Grünen. Karl-Friedrich Osenberg erinnerte an den Ortstermin im November. „Wir haben da viele Fußgänger gesehen. Die Situation ist nicht tragbar.“ So habe man Hoffnungen geweckt, die zumindest kurzfristig nicht erfüllt würden. Das Thema sei mit der Verschiebung der Haushaltsmittel nicht vom Tisch, betonte Bürgermeister Michael Brosch. Doch bei der Umsetzung der Maßnahmen sei man auf das Einverständnis Dritter angewiesen. 

Ein Zebrastreifen, sagt der Fachbereichsleiter Bauen und Wohnen, Michael Schmidt, sei laut Straßenkommission dort nicht ohne weiteres möglich. Und eine Verlagerung des Gehwegs auf die andere Seite der Straße sei technisch problematisch und aufgrund des nötigen Grunderwerbs mit insgesamt rund 250 000 Euro viel zu teuer. 

Alle nutzen Weg durch den Wald 

Eine Alternative wäre das aus Sicht von Dr. Sabine Wallmann (UWG) ohnehin nicht. Kinder und Ältere nutzten den Weg durch den Wald. „Ist es in Deutschland nicht möglich, weiße Streifen auf die Straße zu malen, Schilder aufzustellen und ein Ortsschild zu versetzen“, fragte sie geradezu verzweifelt in Richtung Verwaltungstisch. Wie man der Sache abhilft, blieb offen. Die Verwaltung will weiter im Gespräch mit dem Märkischen Kreis bleiben.

Geprüft wird auch eine andere Idee von der CDU-Fraktionsvorsitzenden Martina Hesse. Ein „schwebender Zebrastreifen“ könnte als Kunstwerk unter Umständen von der Straßenverkehrsordnung nicht berührt sein und trotzdem dafür sorgen, dass Autos den kritischen Bereich langsamer befahren. 

Ob das haftungsrechtlich tatsächlich realisierbar sei, hinterfragte allerdings Rainer Filling (SPD). Ganz glücklich verließ am Ende keiner der Beteiligten trotz einstimmigen Beschlusses den Tagesordnungspunkt.

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