Hoher Bedarf an Wohnraum

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Zwischen fast bezugsfertig, Rohbau und Baugrube: Am Tannenweg (links) sind alle Gewerke gleichzeitig zu bestaunen.

Halver - Trotz massiver Bautätigkeit auf dem Bahngelände und an der Hermann-Köhler- und Tauberstraße sieht Kämmerer Markus Tempelmann alles andere als eine Übersättigung des Wohnungsmarkts in Halver.

Rechnerisch müssten in jedem Jahr etwa 40 Wohneinheiten errichtet werden – allein, um die Einwohnerzahl zu halten. Daran, diese Zahl zu stabilisieren und im Idealfall zu einem Bevölkerungszuwachs zu kommen, hat die Stadt ein vitales Interesse. Je mehr Menschen sich die vorhandene Infrastruktur von Straßen und Kanalisation teilen, desto billiger wird es letztlich für alle. 

Mit Wohnraum, den die Stadt Halver zur Verfügung stellen kann, helfe man „in einer Zeit absoluter Wohnungsnot“ zugleich den Ballungsräumen, die von Halver aus kurzfristig zu erreichen sind. Dazu zählt unter anderem das östliche Ruhrgebiet, Wuppertal und der Kölner Raum. Denn dort seien die Mieten zum Teil unbezahlbar.

Ein Ende des Anstiegs sei zudem nicht abzusehen, weil die großen Städte einfach flächenmäßig kaum noch Raum zur Verfügung stellen könnten, analysiert der Kämmerer. Halver gehöre so betrachtet zum weiteren Speckgürtel von Ballungszentren. 

Blicke man auf den prognostizierten Bedarf für Nordrhein-Westfalen von 400 000 neuen Wohnungen bis zum Jahr 2020, den die NRW-Bank errechnet hat, wären landesweit 80 000 neue Wohneinheiten erforderlich. Der Bedarf wachse auch bei etwa gleichbleibenden Bevölkerungszahlen, weil immer weniger Menschen in einem Haushalt lebten. Mittlerweile lebten durchschnittlich genau 2,00 Personen in einem Haushalt. Vor wenigen Jahren waren es noch 2,36, sagt Tempelmann. 

Erhöhter Druck in Sachen Wohnraum 

Auf der anderen Seite erhöht das den Druck, diesen nötigen Wohnraum bereitzustellen. Das kleinere Neubaugebiet aus städtischer Hand an der Falkenstraße ist zu mehr als 50 Prozent vermarktet. Von den noch freien sechs Grundstücken seien drei bereits reserviert. Über zwei Grundstücke am Neuen Herweg und vier im Baugebiet Lütgenheide verfügt noch die Wohnungsgesellschaft Halver-Schalksmühle (WHS), sagt Dorothee Fruntke aus der WHS-Geschäftsleitung.

Auch die Mietwohnungen an der Tauberstraße nehmen Gestalt an.

Für Tempelmann ist die Situation Anlass, die Erschließung des Neubaugebiets Schmittenkamp in Oberbrügge zu forcieren. Dazu möchte er eine befristete Regelung des Baugesetzbuches nutzen. Die Möglichkeit wäre gegeben, weil die Bezirksregierung in Arnsberg eine Erweiterung der geplanten Fläche eher mit Skepsis sieht. 

In der vorhandenen Größe allerdings könnte nach Tempelmanns Einschätzung der Paragraf 13 b greifen, der im beschleunigten Verfahren eine Zeitersparnis bei Ausweisung und Erschließung bedeuten könnte. Das wiederum könnte von Vorteil sein für junge Familien, die vom neu eingeführten Baukindergeld profitieren würden. 

Der Zeitdruck entsteht, da dieser erhebliche Zuschuss (www.baukindergeld.de) nur in Anspruch genommen werden kann, wenn der Bau- oder Kaufvertrag vor dem 31. Dezember 2020 abgeschlossen wurde. Bei einer Familie mit zwei Kindern geht es immerhin um eine Summe von insgesamt 24 000 Euro, die über einen Zeitraum von zehn Jahren zur Auszahlung kommt. Genaue Details sollen aber noch im Laufe des Sommers im Bundestag beraten und entschieden werden.

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