Baugebiete sind Thema

Beim Wohnungsbau lange hinterher

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Längst ausverkauft: das kleine Neubaugebiet Falkenstraße.

Halver/Oberbrügge - Wie viel Fläche für Wohnungsbau benötigt Halver? Ist die Bereitstellung weiterer Flächen zusätzlich zum Baugebiet Schmittenkamp in Oberbrügge-Ehringhausen überhaupt erforderlich?

Das sind die Kernfragen, die Grünen-Ratsherr Martin Halbrügge in der Ratssitzung vom Februar an die Verwaltung und konkret an Kämmerer Markus Tempelmann richtete, der für die Bauleitplanung der Stadt Halver zuständig ist. 

Tempelmanns Antwort liegt nun vor – und sie ist eindeutig. Der Beigeordnete argumentiert mit Zahlen zur Neuschaffung von Wohnraum aus den vergangenen Jahren und anhand der Erhebungen der NRW-Bank. Damit begründet er zugleich – auf diese Überlegungen ging Halbrügges Anfrage zurück – weshalb auch die Ausweisung neuer Wohnflächen in den Bereichen Herksiepe und Schillerstein am Ende des Linger Weges vonnöten sein dürfte. 

Baugebiete Schillerstein und Herksiepe

Jeweils rund 20 000 Quadratmeter für den Wohnungsbau will die Stadt dort erschließen, und zwar im beschleunigten Verfahren. In der Beantwortung für den Hauptausschuss, der am Montag, 11. Mai, zusammentritt, verweist Tempelmann zunächst auf aktuell mehr als 80 Bauanfragen von Familien, die sich auf die Interessenliste hätten setzen lassen. 

„Ohne den Markteintritt der Stadt Halver ab 2011 mit den Wohngebieten Leyer Sonnenschein, Falkenstraße und Bahngelände wäre die Bautätigkeit in Halver fast völlig zum Erliegen gekommen“, schreibt der Beigeordnete in der Antwort an den Grünen-Politiker. Im Einzelnen: Im Zeitraum von 2009 bis 2018 seien in Halver Baugenehmigungen für 105 Wohneinheiten erteilt worden. Das entspreche 6,5 Wohneinheiten pro 1000 Einwohner in zehn Jahren. 

Im nahe gelegenen Wipperfürth seien es mit 26 Wohneinheiten pro 1000 Einwohner viermal so viele gewesen. Die Nachbarstadt im Bergischen hatte im selben Zeitraum 553 Wohneinheiten genehmigt. In Münster, Greven und Papenburg habe die Zahl der Genehmigungen zwischen 50 und 60 pro 1000 Einwohner gelegen, so das Zahlenmaterial des Kämmerers. Dabei könnte es einfach aus finanziellen Gründen attraktiv sein, in Halver zu bauen. Die Zahlen der NRW-Bank aus dem Jahr 2018 fußen dabei auf den Werten, die die Gutachterausschüsse auf regionaler Ebene zusammentragen. 

Preise für baureifes Land

Baureifes Land in mittlerer Lage wird in der Stadt im Grünen unter 150 Euro pro Quadratmeter gehandelt, so die Durchschnittswerte. Wenige Kilometer Richtung Köln wird’s rapide teurer. Im direkten Speckgürtel der Großstadt werden mehr als 300 Euro fällig, im Grenzbereich Richtung Bergisches sind es zwischen 200 und häufiger 250 und 300 Euro, die der Bauherr allein für sein Grundstück an den Eigentümer zahlt. 

Das wiederum führt dazu, dass das Eigenheim in Halver erschwinglicher ist als in Richtung der Metropole am Rhein. Im Kölner Raum werden für ein durchschnittliches Eigenheim mehr als sieben Jahresnettoeinkommen fällig, in Halver sind es unter fünf.

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