Neue Großtagespflege in Halver

Kindervilla: Wer wird Träger der Großtagespflege?

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In der ehemaligen Stadtdirektorenvilla soll die Großtagespflege nach einem Umbau untergebracht werden.

Halver - Es ist schon fast klar, wer die Trägerschaft für die neue Großtagespflege in der Kindervilla in Halver übernimmt. 

Die gemeinnützige Sentiris GmbH wird aller Voraussicht nach den Zuschlag für den Betrieb der geplanten Großtagespflege in der Kindervilla an der Mittelstraße erhalten. 

Das Jugendamt des Märkischen Kreises schlägt dem Jugendhilfeausschuss (JHA) diese Vergabe vor. Sentiris als noch junger Träger der freien Kinder- und Jugendarbeit wäre mit der entsprechenden finanziellen Ausstattung in der Lage, bis zu neun Plätze für Kleinst- und Kleinkinder bis zu drei Jahren in der Kindervilla anzubieten und so die Versorgung mit Kita-Plätzen in Halver zu verbessern. Ein Teil der Plätze soll dabei für „unvorhergesehene Bedarfe“ vorgehalten werden, um in Akutsituationen bedarfsgerecht reagieren zu können. 

Kristian Hamm ist „freudig überrascht“

Er sei „freudig überrascht“, kommentierte Sentiris-Geschäftsführer Kristian Hamm die Nachricht aus dem Kreishaus. Sentiris und die Awo hatten im Vorfeld die Möglichkeit, ihre Ideen und Vorstellungen vor den Fachleuten des Kreisjugendamts vorzustellen. Entscheidend für die Vergabe waren laut Vorlage für den Kreis-JHA die konzeptionellen Überlegungen sowie die signalisierte Bereitschaft zur bedarfsgerechten Abdeckung von Rand- und Ferienzeiten. Mit der Auswahl solle zudem ein aus Halver stammender Träger gefördert und zur Trägervielfalt sowie einem differenzierten Angebot beigetragen werden. 

Wie viele Kinder die Einrichtung besuchen werden, die im Erdgeschoss der früheren Stadtdirektorenvilla untergebracht werden soll, ist noch unklar. Betreut werden können bis zu neun Kinder gleichzeitig, durch das Buchungsverhalten könnten es rechnerisch sogar mehr Kinder als reguläre Plätze werden. Die Beitragsstaffelung richtet sich nach den Vorgaben des Märkischen Kreises. 

Randzeiten abdecken ist nötig

Kristian Hamm sieht zudem die auch im Konzept genannte Notwendigkeit, Randzeiten abzudecken, die von normalen Kindergärten nicht bedient werden können – beispielsweise am frühen Morgen, am Abend und möglicherweise auf Absprache auch am Wochenende. Wichtig könne das sein zum Beispiel für Mitarbeiterinnen im Pflegebereich oder im Schichtdienst in der Industrie. Wann die trägerbasierte Großtagespflege tatsächlich an den Start gehen kann, ist abzuwarten. 

400.000 Euro für Umbau

Im Haushalt der Stadt Halver stehen 400 000 Euro bereit für den Umbau des Gebäudes, der über Jahre Sitz des ambulanten Pflegedienstes „In guten Händen“ war. Der zieht gerade um in neue Räume an der Jägerstraße. Im Obergeschoss des Hauses soll nach erfolgtem Umbau stadtzentral offene Arbeit mit Kindern eingerichtet werden. Auch daran würde sich Sentiris gerne beteiligen. Für die Großtagespflege stellt der Märkische Kreis eine jährliche Finanzierung von 130 000 Euro in Aussicht. 

In der Praxis bedeute das eine Größenordnung von zwei Vollzeit- und zwei Teilzeitstellen, rechnet Hamm. Mindestvoraussetzung sei die 150-stündige Qualifizierung zur Tagesmutter, für die Mitarbeiterinnen in Vollzeit schwebt ihm eine pädagogische Ausbildung zur Erzieherin oder Ähnliches vor. Bis es in der Praxis losgeht, dürfte es allerdings noch dauern. Für den „Sonderbau“ Kindervilla liegt nach AA-Informationen bislang noch keine Genehmigung vor. Danach ginge es an die Ausschreibungen und Vergabe. Starten könnte der Umbau im Frühjahr. Mit der Fertigstellung wäre so kaum vor August 2020 zum neuen Kindergartenjahr zu rechnen.

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