Neue Ideen für den Offenen Ganztag

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Bewegung an der frischen Luft gehört natürlich auch zum OGS-Programm.

Halver - Die Stadt Halver will den Offenen Ganztagsbetrieb an den Halveraner Grundschulen neu aufstellen. Ziel: Die OGS soll noch weiter in die Schulen integriert werden.

Hintergrund der Überlegungen ist die steigende Nachfrage von Eltern der Grundschulkinder und auch die politische Beschlusslage, einen Rechtsanspruch auf einen Platz zu schaffen, sagt Kai Hellmann, zuständig für Schulangelegenheiten in Halver, im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger. 

Bereits im letzten Ausschuss für Bildung und Jugend hatte Hellmann skizziert, wie der OGS-Betrieb künftig aussehen könnte. Es gehe darum, die Schule als Ganzes zu nutzen und damit auch die Klassenräume, die nachmittags mit den Angeboten belegt werden könnten. 

Konkret soll das zunächst an der Lindenhofschule passieren und danach in enger Abstimmung mit Schulleitung und Kollegium auch an der Regenbogenschule am Pestalozziweg. Die Klassenräume sollten dabei idealerweise so gestaltet sein beziehungsweise werden, dass sie von den Kindern nicht als Verlängerung des Schultages gesehen werden, sondern als Aufenthaltsort für die verschiedenen Angebote, die von den Betreuerinnen beziehungsweise Betreuern unterbreitet werden – angefangen von verschiedenen Kursen über Schülerlabors, Kunst, Entspannung, Hausaufgabenhilfe bis zum freien Spielen.

In erster Linie gehe es dabei um pädagogische Möglichkeiten, aber auch darum, angesichts der hohen Nachfrage eigene Raumkapazitäten schaffen zu müssen. Die Überlegung, beispielsweise, die Musikschule für den OGS-Betrieb zu nutzen, wäre damit vom Tisch.

„Die Schulen haben kein OGS-Angebot, sondern sind Offene Ganztagsgrundschulen“, macht Hellmann deutlich. Die Chance in Halver eröffnet sich nach Einschätzung Hellmanns aufgrund der Tatsache, dass sich die Stadt entschieden habe, die Ganztagsbetreuung mit qualifiziertem pädagogischen Personal und Honorarkräften selbst in die Hand zu nehmen. Andernorts erfolgt dies über externe Träger, die aber in der Regel nicht wie in Halver in die Lehrerkollegien eingebettet seien. 

Die pädagogischen Konzepte der Schule würden so übernommen und in den Nachmittag hinein weitergeführt. Welche Bedeutung das Angebot hat, macht ein Blick auf die Zahlen deutlich. An der Lindenhofschule waren es im Schuljahr 2015/16 noch 93 Kinder, inzwischen sind es 140. Mehr als 54 Prozent der Kinder bleiben dort bis in den Nachmittag hinein, je nach Buchung der Eltern bis 14, 15 oder auch 16 Uhr. Konstant etwa 100 Schüler (37 Prozent) sind es an der Regenbogenschule. 

Deutlich geringer sind die Zahlen in Oberbrügge, auch wenn dort ebenfalls 47 Prozent der Eltern die Betreuung in Anspruch nehmen. Bei 45 Kindern lasse sich ein Angebot im Umfang wie an den größeren Schulen nicht vorhalten. Dafür aber lägen die Elternbeiträge niedriger. 

Für viele Familien, auch für Alleinerziehende, ist der Ganztagsbetrieb inzwischen unverzichtbar für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Und es gebe einen nicht zu unterschätzenden Nebeneffekt, erinnert Hellmann: Gerade Kinder mit Migrationshintergrund erlernten gerade im Offenen Ganztag Sprache und erführen Integration über den normalen Schultag hinaus.

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