Kein Reitverbot auf Fahrwegen in Wäldern mehr

Neue Freiheiten für Reiter: Kritik vom SGV

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Die einen freut's, die anderen kritisieren es: Seit Beginn des Jahres dürfen sich Reiter mit ihren Pferden auf allen Fahrwegen im Wald, auch Wanderwegen, bewegen.

Halver - Seit Beginn des Jahres ist die Welt für Reiter ein bisschen größer geworden. Eine neue Regelung im Landesnaturschutzgesetz NRW erlaubt es ihnen, sich auf ihren Pferden auf allen Fahrwegen, die auch Wanderwege mit einschließen, im Wald zu bewegen. Der SGV kritisiert die Entscheidung.

Die Halveraner Reiter freuen sich– die Mitglieder des SGV Halver hingegen sehen die Entscheidung negativ. 

„Grundsätzlich freuen wir uns darüber“, sagt Tanja Fier, Sportwartin des Reitvereins Halver. Es habe bisher deswegen des Öfteren Diskussionsbedarf gegeben, wo im Wald das Reiten erlaubt sei. „Oder man wusste zum Beispiel nicht, ob die Beschilderung korrekt ist“, sagt Fier und fügt hinzu: „Jetzt fühlen wir uns einfach sicherer.“ 

Problematisch sei bisher der Weg vom Reitstall Am Sportplatz in den Wald gewesen. Es führt zwar ein Weg direkt von der Reitanlage in den Wald, jedoch sei dort bisher Reitverbot gewesen: „Wenn wir in den Wald wollten, mussten wir über die Hauptverkehrsstraße und durch eine Wohnsiedlung. Das war sehr umständlich.“ 

SGV-Mitglieder befürchten Zerstörung der Wanderwege

Die Mitglieder des SGV Halver sind alles andere als erfreut über die Entscheidung, die auch Thema bei der Mitgliederversammlung am Dienstag war. „Uns wäre es lieber gewesen, wenn es bei der alten Regelung geblieben wäre“, sagt Ingolf Muhshoff, Mitglied des Vorstandsteams und Medienwart des SGV Halver. 

Die Mitglieder befürchten, dass die Pferde die Wanderwege zerstören werden. „Sie machen die Wege breiter. Wenn zum Beispiel Pfützen auf dem Weg sind, gehen die Pferde rechts und links davon. Ab und zu lassen die Pferde auch etwas fallen, das machen die Reiter dann ja auch nicht weg. Und dadurch werden die Wege auch nicht schöner“, betont Muhshoff. 

Auch in der Vereinsschrift des SGV-Hauptvereins „Kreuz und Quer“ wird dies bemängelt: „Obwohl eine gegenseitige Rücksichtnahme zwischen Wanderer und Reiter selbstverständlich sein sollte, sind gewisse Reibungspunkte beziehungsweise bei starkem Reitaufkommen die Beschädigung der Wegebeschaffenheit nicht immer auszuschließen.“ 

SGV-Mitglieder pflegen Wanderwege

Der Zustand der Wege liegt den Mitgliedern des SGV nicht nur am Herzen, weil sie gerne darauf wandern – sie kümmern sich laut Muhshoff auch um die Pflege der Wanderwege: „Manchmal muss zum Beispiel etwas weggeschnitten werden oder Wege müssen mit Wanderzeichen markiert werden.“ 

Dass nicht alle über ein erhöhtes Reitaufkommen im Wald erfreut sind, weiß auch Tanja Fier. „Man unterhält sich auf Ausritten immer wieder mit Hundebesitzern, Wanderern oder Fahrradfahrern. Manche fühlen sich gestört von Pferden auf den Waldwegen, weil sie zum Beispiel nicht an ihnen vorbeikommen. Hunde rennen den Pferden manchmal hinterher“, sagt sie. 

Fier: "Wir reiten nur im Schritt gemütlich aus."

„Manche meinen, dass die Wege in Mitleidenschaft gezogen werden. Das sehe ich bei uns aber nicht so, denn wir reiten nach dem Training auf dem Platz nur im Schritt gemütlich aus.“ Es gebe aber auch andere, neben Reitern zum Beispiel auch Fahrradfahrer, die sich im Wald weniger rücksichtsvoll verhalten und sich in hohem Tempo bewegen. 

„Das ist natürlich nicht so super“, findet Fier und fügt hinzu: „Wenn im Wald alle aufeinander Rücksicht nehmen, dann dürfte es auch keine Probleme untereinander geben.“ Für den SGV ist das letzte Wort jedoch noch nicht gesprochen. Der Hauptverein in Arnsberg bittet seine Mitglieder, Beschädigungen der Wege mit Bild sowie Zeit und Ortsangaben zu dokumentieren. 

„Wir müssen Beweise sammeln“, sagt Muhshoff, Wenn der Arnsberger Hauptverein so eine Beschränkung oder gar ein Reitverbot bei den Unteren Naturschutzbehörden erwirken könnte, wäre dies ganz im Sinne des SGV Halver.

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