Coronavirus in Halver

Neue Corona-Regeln: Gastwirte haben es geahnt, Schulen hoffen auf Hybridlösung

Ein Schild steht vor einem Restaurant „Abholung und Lieferung möglich“.
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Abholung und Lieferung ist nicht nur möglich, sondern das einzige, was den Gastronomen auch im Dezember bleibt.

Der Lockdown wird verlängert, die Maßnahmen, die das Coronavirus eindämmen sollen, teilweise verschärft. Wir haben bei der Humboldtschule und einigen Gastronomen nachgefragt, was sie davon halten.

Für Schulen ist Hybridunterricht ein Thema – Präsenzunterricht und Homeschooling im Wechsel. Die Klassen sollen so verkleinert werden, wenn es nötig wird.

Für Reiner Klausing, Leiter der Humboldtschule in Halver, würde das gut passen. Möglich sei das allemal, sagt er. Es müsse nur individuell entschieden werden, welche Kinder zuhause lernen und welche weiterhin zur Schule kommen. Nicht jeder Schüler ist selbstständig, verfügt über ein Endgerät oder einen Internetzugang – und mancher Schüler braucht auch mehr Unterstützung. Die Möglichkeit, den Unterricht zu splitten, fände Reiner Klausing gut.

Hybridunterricht wäre kein Problem, sondern eine willkommene Lösung an Humboldtschule

Unterricht findet ohnehin nur noch klassenweise statt. Kurse, in denen Schüler einer Stufe gemischt werden, gibt es derzeit nicht mehr. „Die Fachlehrer jedoch bleiben für ihre Schüler verantwortlich, auch wenn sie momentan nicht unterrichten“, sagt Klausing. Aufgaben gibt es deshalb trotzdem – und die können auch zuhause erledigt werden.

Weil es an der Schule zwei Lehrkräfte gibt, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, war die Schule am Montag geschlossen und sieben weitere Lehrer sind derzeit in Quarantäne. Das führt in dieser Woche dazu, dass Unterricht ausfällt und am Mittwoch eine ganze Klasse zuhause bleiben musste. Auch jetzt schon arbeiten die Schüler zum Teil zuhause, wenn auch aus anderen Gründen.

Die Maskenpflicht besteht auch an der Humboldtschule während des Unterrichts und im Schulgebäude. Am Montag wurde im Kollegium entschieden, dass auch das Essen und Trinken auf den Fluren nicht mehr gestattet ist, sondern nur noch draußen und im Stehen.

Gastronomen sehen schwarz für den Rest des Jahres

Gastronomien dürfen Anfang Dezember nicht wieder öffnen. „Das Weihnachtsgeschäft ist kaputt“, sagt Stefan Knaf, Inhaber der Brasserie Kulturbahnhof (Kuba). Weihnachtsfeiern, die im September gebucht wurden, finden nicht mehr statt.

Marc Haarmann, Inhaber vom Litfass, sieht keine Verbesserung der Situation bis Februar. Und Veranstaltungen, die für ihn ebenfalls wichtig sind, müssten auch für 2021 vorgeplant werden – aber dafür fehlt die Planungssicherheit. Er bezweifelt, dass im Mai auch mit dem Impfstoff wieder Normalität eintreten wird. „Kommen wir dann schon zurück zur Normalität?“ Die „Nachwehen“, sagt Haarmann, werden noch lange spürbar sein.

Das To-go-Geschäft läuft bei beiden Gastronomen am Wochenende gut, unter der Woche eher schleppend. Zahlen vom Kuba machen es deutlich: Verkauft Knaf sonst bis zu 80 Essen am Tag, sind es heute vielleicht 30 – ohne Getränke. Zudem warten beide, Knaf und Haarmann, auf die Förderung, die es für November geben sollte: 75 Prozent des Umsatzes von November 2019. Erst am Mittwoch konnte es beantragt werden, sagt Stefan Knaf. Und wann das Geld kommt, bleibt unklar.

Kommen die Gäste wieder, wenn sie dürften?

Und was passiert mit dem Ausfall im Dezember? Offene Fragen bleiben. Und wenn es im Januar wieder möglich sein sollte, zu öffnen, sagen beide klar, dass das auch nicht viel bringt. Januar und Februar sind ohnehin Monate mit wenig Umsatz. Und dann bleibt noch die Frage von Knaf: „Kommen die Gäste dann wieder?“

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