„Neue“ Bücherei: Studenten räumen auf

Platz für frische Ideen: Die Studenten der Fachhochschule Köln haben ein neues Konzept für die Bücherei der Ganztagsschule entwickelt. Schon bald geht’s an die Umsetzung. ▪ Weber

HALVER ▪ Alte Bücher raus. Neue Bücher rein. Endlich auch CDs rein. Und DVDs. In der Bücherei der Ganztagsschule gibt’s bald reichlich neuen Stoff. Stoff, der die Schüler zum Lesen und Lernen animieren soll.

Acht Studenten, angehende Bibliothekare, der Fachhochschule Köln haben in den vergangenen Wochen ein Konzept zur Umgestaltung der Bücherei entwickelt. Gestern stellten sie es den Lehrern im Rahmen einer Konferenz vor.

Die wohl größte Veränderung ist das Ausleihsystem. Bald sollen die Schüler am PC in der Schule oder von zu Hause aus im Bestand stöbern können. Denn es gibt dann einen Katalog, in dem jedes Medium erfasst ist. Auch einen Ausweis und ein Barcode-System soll es geben. Es wird also alles professioneller. Auf die Mitarbeiterin der Bücherei, Andrea Dinter, kommt damit reichlich Arbeit zu. Die Studenten werden sie dabei in der Anfangsphase unterstützen, zeigen wie es geht.

Sie haben rund 920 Titelvorschläge für Bücher und andere Medien gemacht. „Es ist wichtig, dass es mehr Freizeitlektüre gibt“, sagt Melanie Jost. Denn mehr als die Hälfte im jetzigen Bestand sei Sachliteratur – und die stamme teilweise aus den 50er oder 60er Jahren. Zusätzlich soll auch Lesestoff auf Englisch, Türkisch, Serbisch, Russisch und Arabisch angeschafft werden. Eben für alle Nationalitäten, die an der Ganztagsschule vertreten sind.

„Das ist ein herausragendes Projekt. Hier steckt großes Potenzial“, sagt Professorin Haike Meinhardt. Als Projektleiterin hat sie die Studenten des sechsten Semesters begleitet. Die lichtdurchflutete Bücherei sei ideal und habe im Bereich der Hauptschulen Seltenheitswert. Genau wie das Engagement des Schulleiters, betont sie. Heribert Müller hat den Kontakt zur Fachhochschule gesucht, nachdem eine Kollegin ihm von ähnlichen Projekten erzählt hatte. „Wir wollen das Lesen für die Schüler attraktiver gestalten, den Zugang erleichtern“, sagt er.

Das geht nicht ohne finanzielle Mittel. Müller hat bereits zwei große Spenden der Sparkasse und der Volksbank erhalten – ein paar Förderer brauche das Projekt jedoch noch. „Das verfolge ich jetzt konsequent.“ ▪ Lisa Weber

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare