Kleines Neubaugebiet 

Neues Wohnbaugebiet geplant - Platz auf 20.000 Quadratmetern

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Die Ackerfläche zwischen Linger Weg und Lingen soll zum Baugebiet erschlossen werden.

Halver - Quasi in letzter Minute vor Jahresschluss hat sich die Stadt Halver die Option auf die Erschließung eines weiteren kleinen Baugebietes gesichert.

In der Sondersitzung des Ausschusses für Planung und Umwelt am Dienstag ging es um die Genehmigung eines Dringlichkeitsbeschlusses vom 30. Dezember. Inhalt ist der Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan „Herksiepe“, eine Fläche von rund 20 000 Quadratmetern am Ende der Bebauung des Linger Wegs. 

Auf der gegenüberliegenden Seite ist der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan für das Baugebiet Schillerstein mit rund 1,9 Hektar und Platz für 15 Einfamilienhäuser noch Ende vergangenen Jahres gefasst worden. 

Genehmigung des Rats steht aus

Genehmigt auch der Rat am 27. Januar den Aufstellungsbeschluss vom 30. Dezember, könnte die Politik die Tür für eine Bebauung öffnen. Dabei handelt es sich allerdings um eine Art Vorratsbeschluss – der Erwerb der Fläche ist nach Informationen des Allgemeinen Anzeigers noch nicht in trockenen Tüchern. Die Entscheidung im Fachausschuss fiel am Dienstag aber mit breiter Mehrheit bei einer Enthaltung von Uwe Leinung und einer Gegenstimme von Martin Halbrügge (Grüne). 

„Wir überholen uns selbst bei dem Versuch der Bereitstellung von Bauland“, mahnte Halbrügge angesichts des derzeitigen Tempos in Halver, Bauflächen bereitzustellen. Die Stadt müsse sich mehr Zeit für die Prüfung derartiger Projekte nehmen, sagte der Grünen-Ratsherr. Bei der vorgesehenen Fläche handelt es sich um derzeitiges Ackerland südlich der Ortslage Mesenhohl, eingegrenzt vom Linger Weg, Lingen, Falkenstraße und einer Baumreihe im Nordosten. 

Massive Nachfrage nach Bauplätzen

Auslöser des Vorhabens ist die massive Nachfrage nach Bauplätzen, denen die Stadt Halver zurzeit so gut wie nichts entgegenzusetzen hat, wie Kämmerer Markus Tempelmann, zuständig für die Bauleitplanung der Stadt, immer wieder deutlich macht. Die verkehrliche Anbindung soll erfolgen über den Linger Weg beziehungsweise die Falkenstraße. Angesprochen wurde in diesem Zusammenhang von Andreas Hesse (CDU) der mögliche Bau eines Kreisverkehrs im Kreuzungsbereich Falkenstraße/Eichholz. Die Prüfung sagte die Verwaltung zu, wobei diese Option vor geraumer Zeit schon einmal im Gespräch und danach verworfen worden war. 

Aufgrund der Leitungen in der Straße seien Kosten im sechsstelligen Bereich zu erwarten. Die Eile bei der Beschlussfassung ist begründet mit einer gesetzlichen Regelung, die Ende 2019 ausgelaufen ist und wider Erwarten nicht vom Bund verlängert worden war – der Bundesrat hatte dem Beschluss des Bundestags die Zustimmung versagt. Es geht um den Paragrafen 13 b des Baugesetzbuchs, der mit einem beschleunigten Verfahren die zügige Schaffung von Wohnraum ermöglicht. 

Zur Anwendung gekommen ist die Regelung bereits im geplanten Baugebiet Schmittenkamp und für den Bereich Schillerstein. Vorteil der gesetzlichen Regelung des Baugesetzbuches ist, dass eine Änderung des Flächennutzungsplanes im Vorfeld nicht erforderlich ist. Die Anpassung kann nachträglich vorgenommen werden. Voraussetzung in allen drei Fällen ist, dass der Einleitungsbeschluss bis zum 31. Dezember 2019 gefallen sein muss. Danach sind zwei Jahre Zeit bis Ende 2021, um zum Satzungsbeschluss und somit fertigen Bebauungsplan zu kommen.

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