Nervenkitzel, Poesie und Komik beim Halveraner Varieté

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Jeff Hess, aus New York stammender Schauspieler und Clown, suchte den direkten Kontakt zum Publikum.

Halver – Ein einzigartiges Format, vier Ausnahmekünstler, drei Phasen: Nach bewährtem Rezept sorgten Magier Timo Marc und seine Künstlerfreunde am Samstag in der Aula des Anne-Frank-Gymnasiums für einen unvergesslichen Abend.

Zum dritten Mal öffnete sich beim Halveraner Varieté, das sich zum kulturellen Highlight am Anfang des Jahres entwickelt hat, für Nervenkitzel, Spannung, Poesie, Komik und Unterhaltung der Vorhang.

Als charmanter magischer Moderator war Timo Marc, der die Künstler des Abends ausgewählt und verpflichtet hatte, einmal mehr vollkommen in seinem Element. Von null auf gleich baute er zaubernd und plaudernd Publikumsnähe auf. Gemeinsam hatten Besucher und Künstler an dem interaktiven Abend der Superlative ihre helle Freude. Standing Ovations des begeisterten Publikums belohnten die Künstler denn auch für ihre atemberaubenden bis abgedrehten Darbietungen.

Mit Charme und Witz führte Moderator Timo Marc durch den Abend.

Halveraner Varieté in der AFG-Aula

Mit von der Partie waren der Jongleur Christoph Rummel aus Köln, der aus New York stammende Schauspieler und Clown Jeff Hess – eine wahre Urgewalt – und das Duo Rollecsos aus Berlin, das seine halsbrecherischen Kunststücke auf Rollschuhen in waghalsigem Tempo kredenzte. Sogar mit dem nur selten gezeigten Zahnwirbel, den allein Spitzenartisten beherrschen, warteten Martina Soult und Dieter Barnekow bei ihrer Show, die den Atem stocken ließ, auf. Gleichsam als Krönung des Abends boten die beiden Absolventen der staatlichen Artistenschule Berlin Nervenkitzel pur.

Waghalsige Akrobatik zeigte das Duo Rollecsos.

Sinn für Humor bewies Christoph Rummel, der seinen Jonglagebällen Namen gab und den Fall des Balls zum Ausgangspunkt eines hoch amüsanten Wortspiels machte. Vom Ausfall kam er dabei humorvoll auf den Brandfall, vom Brandfall auf den Notfall und so fort. Vollends bezauberte der Kölner mit seiner poetischen Leuchtjonglage, mit der er auf frappierende Weise faszinierende Bilder und Lichtspuren in die abgedunkelte Aula zeichnete. Das imposante Farbspiel der kunstvoll umherfliegenden Bälle und Stäbe war ebenso eindrucksvoll wie das Tempo, mit dem der Jongleur sein Publikum in Atem hielt.

Auch Christoph Rummel begeisterte das Publikum.

Im wahrsten Sinn des Wortes „Durchgeknalltes für Fortgeschrittene“ hatte Jeff Hess, der in New York bereits Sänger Bon Jovi auf dessen Geburtstagsfeier zum Lachen gebracht hatte, im Gepäck. Mit der Stärke eines Orkans, der alles niederwalzte, wirbelte der professionelle Narr über die Bühne, die viel zu klein für sein Riesen-Ego war. Mit Spiegelei auf dem Allerwertesten und inszenierter Zahnlücke brauste er auf seiner imaginären Harley Davidson mit Volldampf durch die Zuschauerreihen, sprang ohne Vorwarnung auf starke Rücken und ließ keine Widerrede zu, wenn er erst einmal jemanden als Mitspieler im Visier hatte.

Für die Künstler des Abends gab es reichlich verdienten Applaus.

War der „Kelch“ an einem vorbeigegangen, atmete jeder auf. Stürmisch feierten die Halveraner den vielfach ausgezeichneten Künstler, dessen unnachahmliche Körpersprache ihresgleichen suchte. Vor allem beim Tennis in Zeitlupe verdrehten, verkrampften und verzerrten sich Gesichtsausdruck und Gliedmaßen bis zur Unkenntlichkeit.

„Zurück in den Käfig“, meinte selbst Timo Marc als künstlerischer Leiter des Halveraner Varietés lachend zu der schrägen, abgedrehten Show. Charmant und trickreich wie gewohnt führte der Magier, der Clownsfische springen und Uhren verschwinden ließ, durch das Programm und setzte dem Abend mit seinen zauberhaften Tricks das Sahnehäubchen auf.

Vierte Auflage 2020 Die vierte Auflage des Varietés am 18. Januar 2020 (20 Uhr) ist bereits in trockenen Tüchern. Karten sind schon erhältlich.

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