Nein sagen als Grundstein

+
Zeigten den Eltern der Lindenhofschule, wie sie den Kindern den Umgang mit sexuellem Missbrauch in einem Theaterstück näher bringen wollen. Yuri und Tanja von der pädagogischen Theaterwerkstatt Osnabrück.

HALVER ▪ Nicht erst seit die Geschehnisse rund um die Kirche in den Medien für Aufsehen sorgten ist sexueller Missbrauch an Kindern ein Thema von großer Bedeutung. Umso überraschender war die relativ geringe Resonanz der Eltern bei einem Info-Abend der Lindenhofschule am Dienstag. Nur knapp 15 Eltern hatten den Weg in die Grundschule gefunden, um sich über das Theaterstück „Mein Körper gehört mir“, das die Kinder der 3. und 4. Klasse in den kommenden Wochen zu sehen bekommen, zu informieren.

Für die, die gekommen waren, war es zweifelsohne ein in vielerlei Hinsicht interessanter Abend, um besser zu verstehen, wie den Kindern der Umgang mit sexuellem Missbrauch näher gebracht wird. Kernstück ist dabei das Theaterstück, welches in drei Akte aufgeteilt ist.

Den ersten Akt bekommt der Nachwuchs bereits an diesem Donnerstag zu sehen. Die restlichen Teile folgen dann am 27. Mai und am 10. Juni. Darin zeigt man den Schülern nach und nach Situationen, die im Schlussakt mit dem Umgang von Missbrauch gipfeln. Bis es aber soweit kommt, sollen die Kinder erst einmal den allgemeinen Umgang mit Gefühlen lernen.

Dabei unterscheiden die Akteure zwischen einem Ja- und einem Nein-Gefühl. „Das wichtigste dabei ist, dass die Kinder lernen, „Nein“ zu sagen. „Und sich, wenn nötig, auch lautstark Gehör zu verschaffen“, erklärte Tanja Bürger von der pädagogischen Theaterwerkstatt Osnabrück, die das Projekt gemeinsam mit den Jugendämtern betreiben. Ist dieses Verständnis aufgebaut, folgt im zweiten Akt der nächste Schritt.

Dabei werden auch moderne Problematiken wie das Chatten im Internet behandelt. Um den Kindern in solchen Situationen Hilfen an die Hand zu geben, stellten die Veranstalter den Eltern neben dem ganzen Theaterstück auch drei wichtige Regeln vor, die Kinder immer für sich selbst beantworten sollten, um eine Situation einzuschätzen. Beantwortet ein Kind auch nur eine der Fragen mit Nein, dann sollte es sich in Acht nehmen.

Um den Kindern diesen Prozess spielend und nachhaltig beizubringen, gibt es in jeder Stunde eine Diskussionsrunde und eine Nachbereitung durch die Lehrer der Schule. Der Körpersong, den am Dienstag auch die Eltern einstudieren mussten, soll die ganze Sache abrunden. Die Kosten für das Projekt übernimmt das Kreisjugendamt sowie der Förderverein der Schule. ▪ wes

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare