Kürbiskauf geht auch ohne Märkte

Nebenberuf Kürbisse: Junges Paar aus Halver baut viele Arten an

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Der dickste Kürbis: Michael Köpke und Bianca Heuer bieten zahlreiche Kürbisse in Halver an. Schnitzkürbisse wie dieser wurden mit der Hand geerntet. Der größte bringt 20 Kilogramm auf die Waage.

Kürbisse in vielen Größen und Arten gibt es auf einem Hof in Halver. Da keine Märkte wegen Corona stattfinden können, hat sich ein Paar aus Halver etwas anderes einfallen lassen.

Halver - Die großen Schnitzkürbisse bringen mühelos 15 bis 20 Kilogramm auf die Waage. Aus den kleinen, weißen Bratkartoffelkürbissen lassen sich schmackhafte Gerichte zaubern. Perfekt für den Single-Haushalt sind die Mikrowellenkürbisse, die – ausgehöhlt und mit Hackfleisch oder Käse gefüllt – eine schnelle, gesunde Mahlzeit ergeben.

Kürbisse in allen Varianten, darunter bekannte und zahlreiche exotische Sorten, haben Michael Köpke und Bianca Heuer, die nebenberuflich Landwirtschaft betreiben und sich auf Kürbisse spezialisiert haben, daheim Auf der Bever 1 zu einer imposanten Ausstellung zusammengetragen.

Ein Blick in die Scheune: Auf der Bever 1 haben die beiden eine imposante Kürbis-Ausstellung zusammengetragen.

Da die Bauernmärkte, auf denen das junge Paar ansonsten seine vielfältigen Sorten präsentiert, in diesem Jahr Corona-bedingt fast durchweg ausfallen, machten die beiden Halveraner aus der Not eine Tugend und bauten die leuchtenden Herbstboten samt Deko in der Scheune auf. Nach telefonischer Absprache unter Tel. 01 71/4 87 66 34 oder via WhatsApp kann jeder kommen und sich mit Kürbissen zum Schnitzen, Kochen und Dekorieren eindecken. Um die Coronaregeln einhalten zu können, bittet das Paar um Anmeldung.

Bis zum 15. November ist die Ausstellung aufgebaut

Bis zum 15. November bieten Michael Köpke und Bianca Heuer, die die Idee zu dem Kürbisstand in der Scheune hatte, ihre Kürbis-Vielfalt an. Durch den Privatverkauf hoffen die beiden, wenigstens die Saatkosten ausgleichen zu können. „Bei den Märkten ist es ein Ausfall von 95 Prozent“, sagen sie.

Vielfalt zum Kochen, Schnitzen und Dekorieren.

Seit fast zehn Jahren beschäftigen sich die Halveraner, die im Hauptberuf bei der Bank und im Krankenhaus arbeiten, als Ausgleich mit Kürbissen. Die Vielfalt ist es, die dem jungen Paar an dem Fruchtgemüse gefällt.

Das Kürbisjahr beginnt immer im März

Auf knapp einem Hektar bauen die beiden ihre handgezogenen Kürbisse an. Ihr Kürbisjahr beginnt im März, wenn sie sich die Sorten, die sie anpflanzen möchten, aussuchen. Besonders die Exoten, die es nicht überall zu kaufen gibt, reizen sie dabei. Im kommenden Jahr möchte Michael Köpke sein Sortiment verstärkt auf ganz dunkle und schneeweiße Sorten konzentrieren. „Die liegen im Trend.“

Ganz dunkle und schneeweiße Sorten liegen im Trend. Im kommenden Jahr möchten sich Michael Köpke und Bianca Heuer noch stärker darauf konzentrieren.

In liebevoller Handarbeit werden die kleinen Pflanzen ab April vorgezogen und im Mai per Hand in die Erde gesetzt. Dass in diesem Jahr wegen der Pandemie keine Bauernmärkte stattfinden würden, „war zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar“, meint das Paar. „Wir haben trotzdem produziert.“ Beim Bauernmarkt in Breckerfeld, beim Kartoffelfest in Nümbrecht, beim Kürbisschnitzen im Freilichtmuseum Hagen und anderswo sorgte ihre Kürbis-Vielfalt – durch Blumengestecke und Kürbisse mit gemalten Gesichtern ergänzt – stets für Farbtupfer im Marktgeschehen.

„Babysitten“ der Pflanzen ist wichtig

Das Malen ist Bianca Heuers Spezialität. „Im September geht das sonst los, normalerweise an den Wochenenden.“ Nur natürlicher Dünger kommt bei Michael Köpke und Bianca Heuer, die beim Anbau der Kürbisse viel Unterstützung durch die Eltern erfahren, auf den Acker. „Das sind Naturprodukte“, sagt Köpke. „Am schwierigsten ist es, die Pflanzen unkrautfrei zu halten.“

Perfekt für den Single-Haushalt sind laut Michael Köpke Mikrowellenkürbisse. Gefüllt mit Hackfleisch oder Käse ergeben sie eine schnelle, schmackhafte Mahlzeit.

„Babysitten“ nennt er die Fürsorge für die Pflanzen. Durch die Trockenheit im Mai fiel die Ernte allerdings etwas geringer als in den Vorjahren aus. Geerntet wird alljährlich mit der Hand. Erntemaschinen kommen nicht zum Einsatz.

Selbst isst Michael Köpke Kürbisse übrigens am liebsten überbacken und gebraten. Kürbissuppe steht unter seinen Lieblingsgerichten nicht unbedingt an erster Stelle.

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