Narzissenweg-Anwohner ärgern sich über Spielgerät

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Die Kinder lieben das neue Spielgerät – aber einige Anwohner stören sich an der Höhe des Klettergerüsts. ▪

HALVER ▪ Es ist groß. Es sieht gut aus. Und die Kinder lieben es. Das neue Spielgerät auf dem Spielplatz am Narzissenweg. Doch Widerstand formiert sich. Anwohner klagen über Lärm und fühlen sich durch die Höhe der Anlage in ihrer Privats- phäre eingeschränkt. Am Montag gab es daher eine Ortsbesichtigung.

Bürgermeister Dr. Bernd Eicker, Bau-Fachbereichsleiter Franz Helmut Engel und Lutz Eicker vom Ordnungsamt trafen sich mit den drei Parteien, die sich über das neue Kombinationsgerät ärgern, am Spielplatz. Die Beschwerde habe mehrere Gründe, wie Engel im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger erklärt: Größter Kritikpunkt der Anwohner sei die Klettergerüst-Höhe von 2,80 Meter. Das ermögliche den spielenden Kindern einen Blick über den Gartenzaun und in die Fenster der angrenzenden Häuser. Für Engel ist dieses Argument jedoch schwer nachvollziehbar: „Wer in ein Haus in unmittelbarer Spielplatznähe zieht, muss mit vielen spielenden Kindern rechnen“, sagt er.

Es sei auch die Forderung geäußert worden, den Spielplatz komplett zu verlegen – etwa zum Staklenberg. Das kommt laut Engel aber auf keinen Fall in Frage. Schließlich habe die Stadt viel Geld und Arbeit in die Anlage im Ehringhausener Blumenviertel investiert.

Und die Kinder, um die es schließlich geht, sind total begeistert. Zum Beispiel Jessica (7) und Leonie (6). Die Freundinnen verbringen viel Zeit auf dem Spielplatz. „Der ist sehr schön“, sagt Leonie. Sie liebt vor allem das hohe Klettergerüst, an dem sie sich entlanghangeln kann. Jessicas Großvater, Victor Müller, wohnt ebenfalls in unmittelbarer Nähe des Streitobjekts, am Nelkenweg: „Ich kann den ganzen Ärger absolut nicht nachvollziehen.“ Er habe selbst drei Kinder sowie fünf Enkel – und hat auch kein Verständnis für Lärmbeschwerden. „Kinder sollen schreien und quietschen so laut sie wollen.“ Eine Spielpause zur Mittagszeit hält der Familienvater für eine Frechheit.

Die Beschwerde richtete sich laut Engel aber auch gegen die Anzahl der Spielplatzbesucher. Die Anwohner hätten von einer regelrechten Bepilgerung gesprochen. Denn das neue Objekt hätte auch Familien aus der näheren Umgebung angelockt. Der Bau-Fachbereichsleiter wird deutlich: „Wir sind froh, ein so tolles Gerät errichtet zu haben. Die alte Holz-Anlage musste weg. Das baut man heute nicht mehr.“ Außerdem geht Engel davon aus, dass der Ansturm in einigen Wochen nachlassen werde. Um den Spielplatz-Gegnern gerecht zu werden, überlege die Stadt nun, die Sicht per Bepflanzung einzuschränken. Eine weiteres Gespräch ist geplant. Die Anwohner wollten sich am Dienstag nicht äußern oder waren nicht erreichbar. ▪ lima

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