Zukunft ist unklar

Nachwuchssorgen beim SGV: Gibt es eine Zukunft für den Verein?

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Der SGV Halver hat Sorgen: Friedhelm Nüsken (links) und Ingolf Muhshoff gehören dem fünfköpfigen Vorstandsteam des SGV Halver an. Neben Genannten kümmern sich federführend Magdalene Berg, Doris Kortmann und Brigitte Sauer um die Belange des Vereins.

Halver - Mit seiner Gründung im Jahr 1891 gehört der SGV Halver, der sich dieser Tage um seine Wanderhütte sorgt, zu den 44 Ortsgruppen der ersten Stunde. Doch jetzt planen den Verein Nachwuchssorgen. 

Ein Jahr nach dem Gründungsaufruf durch den Forstrat Ernst Ehmsen (Arnsberg) hoben damals 40 Mitglieder den Verein aus der Taufe. Heute zählt der Verein, der im kommenden Jahr 130 Jahre alt wird, 270 Mitglieder. „2011 waren es noch 343 Mitglieder“, erzählen Ingolf Muhshoff und Friedhelm Nüsken, die zum fünfköpfigen Vorstandsteam der Ortsgruppe gehören. 

Überalterung machen die beiden Vorstandsmitglieder für den Mitgliederrückgang verantwortlich. Nachwuchs für die Vereinsarbeit zu gewinnen, sei schwer, obwohl sich das Wandern bekanntermaßen auch bei jungen Leuten großer Beliebtheit erfreut. „Was fehlt, sind der Nachwuchs und Ehrenamtliche.“ 

Durchschnittsalter 66,62 Jahre

Das Durchschnittsalter der Vereinsmitglieder liegt bei 66,62 Jahren. Aktiv arbeiten rund 40 bis 45 Natur- und Wanderfreunde in dem Traditionsverein, dem Halver den Aussichtsturm auf der Karlshöhe verdankt, mit. „Bei weiter schrumpfenden Mitgliederzahlen werden die Probleme größer“, befürchten die beiden Vorstandsmitglieder. „Es kommt wenig Nachwuchs.“ 

Neue Helfer nötig: Für das Wanderheim am Sticht sucht der SGV neue Hüttenwirte.

Die beiden Hüttenwirtinnen beenden nun auch ihre Tätigkeit für den SGV zum Ende des Jahres. Aus beruflichen Gründen ist es ihnen nicht mehr möglich, die 1974 fertiggestellte Hütte am Sticht, die für Familienfeiern und andere Anlässe gemietet werden kann (bei Bedarf mit Übernachtung), weiter zu betreuen. Bis dato haben sich drei Interessenten für eine Nachfolge gemeldet. Ob daraus eine neue Verbindung entsteht, ist noch nicht klar. Deshalb an dieser Stelle nochmals der Aufruf an Interessierte sgv-halver@web.de. 

Wichtiger Anlaufpunkt für Wanderer

Der Verein hofft, dass sich ein Nachfolger findet und die Wanderhütte als beliebtes Wanderziel erhalten werden kann. Bei Kaffee, Kuchen und anderen Kleinigkeiten können sich Wanderer dort sonntags von den Anstrengungen ihrer Tour erholen. Die Bewirtung übernehmen dann Ehrenamtliche aus Reihen des Vereins. Den sonntäglichen Hüttendienst organisiert der Verein in eigener Regie. 

Früher, als dafür noch mehr Aktive zur Verfügung standen, war die Wanderhütte auch samstags geöffnet. „Was uns auszeichnet, ist eine familiäre Atmosphäre“, stellt Ingolf Muhshoff die Vorzüge der Einkehr, die Halveraner und auswärtige Gäste zu schätzen wissen, heraus. 

Mitten im Grünen bietet das SGV-Wanderheim im Sticht ein lauschiges Plätzchen zum gemütlichen Verweilen.

Nach dem Lockdown, der die Vereinsarbeit im März zum Stillstand gebracht hat, ist der SGV mittlerweile wieder vorsichtig in kleinen Gruppen in der Natur unterwegs. „Die Vorgabe lautet: Keine Anfahrten in Fahrgemeinschaften wegen des Risikos der Ansteckung. In kleinen Gruppen hier vor Ort“, erläutert Friedhelm Nüsken, der zum Kreis der Wanderführer gehört. Die Reaktion der Teilnehmer auf das Angebot ist durchweg positiv. „Der Bedarf ist da.“ 

Es gibt auch Familien im Verein

Alle Generationen spricht der SGV mit seiner Vereinsarbeit an – angefangen bei Familien mit Kindern bis hin zu den Senioren. Die kleine Familiengruppe, die zum Verein gehört, unternahm in den vergangenen Jahren nicht nur Wanderungen und Radtouren, sondern war auch mit den Jägern auf der Pirsch, organisierte eine Waldolympiade, eine Erlebnishöhlenführung, eine Draisinenfahrt und vieles mehr. 

Wie Ingolf Muhshoff und Friedhelm Nüsken berichten, helfen die Familien auch beim Wegezeichnen, das in Zeiten vieler Waldbaustellen nicht immer einfach ist. „Manche Wege sind derzeit nicht begehbar.“ Über die Wege in und um Halver gibt es Infos auf großen Tafeln, die der Verein unter anderem am Kulturbahnhof aufgestellt hat.

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