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Windkraftpläne der Stadt Halver: Gegenwind aus Rade? 

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Von: Florian Hesse

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Windräder halver symbolfoto
Das Thema Windkraft steht in Halver auf der Agenda, aber offenbar auch in Radevormwald. © Armin Weigel

Steht der angedachten Windkraftanlage von Stadt Halver gemeinsam mit der Mark E am früheren Munitionsdepot bei Schwenke Gegenwind aus Radevormwald ins Haus? Darauf deutet die Berichterstattung der Bergischen Morgenpost hin.

Halver - Dass es auf Radevormwalder Seite Bedenken geben könnte, hält in der Nachbarstadt im Westen der Leiter des Bauverwaltungsamtes, Burkhard Klein, für nicht ausgeschlossen: „Es grenzen ja durchaus Ortschaften unmittelbar an diesen Bereich, zum Beispiel Diepenbruch und Kettlershaus“, wird Klein auf RP online zitiert. Auch die Ortschaft Wintershaus sei nicht weit entfernt. Ein Widerstand gegen derartige Anlagen könne mit Rotorengeräuschen und dem Schlagschatten durch die Rotorblätter begründet werden, so die Überlegung.

Halvers Kämmerer Simon Thienel habe bereits Kontakt mit der Radevormwalder Verwaltung aufgenommen und dabei betont, dass man das Vorhaben nicht ohne eine Beteiligung der Bürger in Radevormwald in die Wege leiten werde, heißt es darin weiter, aber nicht zuletzt: „Die Bürgerbeteiligung wird vermutlich so rasch nicht kommen.“

Dass es zu einer Bürgerbeteiligung kommt, steht nach Beschlusslage des Halveraner Rates vom Ende letzten Jahres aber auf jeden Fall fest. Mit dem einstimmigen Ratsbeschluss wurde festgelegt, dass die Bürgerschaft sowohl inhaltlich als auch finanziell eingebunden werden soll.

Wie das konkret zu erfolgen hat, sollen danach die Arbeitskreise für Energie und Umwelt sowie der für Finanzen erarbeiten. Und die haben am Montag, 28. Dezember, gemeinsam getagt. Entscheidungen seien dabei nicht gefallen – und konnten es auch gar nicht, wie der AA aus der nicht öffentlichen Sitzung erfuhr. Denn grundlegende Informationen, die man für eine entsprechende Diskussion und auch für mögliche Finanzierungsmodelle braucht, lägen noch gar nicht vor, hieß es.

Für die Bewertung der artenschutzrechtlichen Aspekte beispielsweise müsse über den kompletten einjährigen Vegetationszeitraum gesichtet werden, was am Munitionsdepot an Tieren und Pflanzenvorkommen zu berücksichtigen ist. Und bei einer finanziellen Beteiligung müsse klar sein, über welche Größenordnungen man bei Planung und Bau letztlich spricht – eine schwierige Frage angesichts höchst labiler Finanzmärkte vor dem Hintergrund der geopolitischen Entwicklung.

Mindern wird das die Sorgen der möglichen künftigen Nachbarn auf Radevormwalder Seite wohl nicht. Bereits Anfang des Jahres hatten sie aufgrund der bisher erschienenen Presseberichte die Bitte nach verlässlichen Informationen geäußert, sich nach den geltendem Flächennutzungsplan erkundigt, nach Abstandsregelungen und möglichen Immissionen durch das Bauwerk, das mit einer Höhe von 240 Metern geplant ist.

Kooperation mit Mark-E

Für den Planung, Bau und Betrieb einer neuen Windkraftanlage auf dem ehemaligen Munitionsdepots an der Grenze zu Radevormwald kooperiert die Stadt Halver mit dem heimischen Energiedienstleister Mark-E. Ende der vergangenen Jahres unterzeichneten der damalige Halveraner Kämmerer Markus Tempelmann und Erik Höhne, Vorstandssprecher von Mark-E, eine Absichtserklärung. Geplant ist eine Windkraftanlage mit rund fünf Megawatt Leistung. Das Windrad hat eine Höhe von rund 240 Metern. Ein entsprechender Grundstücksnutzungsvertrag mit der Eigentümerin der vorgesehenen Fläche ist nach Angaben der Stadt Halver und von Mark-E bereits abgeschlossen worden.

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