"Kultur ist Standortfaktor"

Resonanz passt nicht: Newsletter oder App für Kultur in Halver angedacht

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Halveraner Varieté: Am 13. Januar erfolgt die zweite Auflage. In Sachen Kultur kann sich Halver sehen lassen.

Halver - Im Kulturbahnhof spielt „Brazzo Brazzone“. Der fachkundige Kritiker des AA ist begeistert. Die zwölf Besucher auch. Doch die Resonanz des Publikums aus Halver und dem Umland lässt eben zu wünschen übrig.

Wie man damit umgeht, war Thema im letzten Ausschuss für Kultur und Soziales. Eine Lösung liegt noch nicht auf dem Tisch. „Kultur ist genauso ein Standortfaktor wie die Bevorratung mit Flächen oder die Versorgung im Einzelhandel.“ 

Davon ist nicht nur der zuständige Fachbereichsleiter Thomas Gehring überzeugt. Das weiß auch Inge Zensen, die seit vielen Jahren als Kulturbeauftragte der Stadt Veranstaltungen und Ausstellungen nach Halver holt, die für eine Kommune mit 17 000 Einwohnern keineswegs selbstverständlich sind. „Dieter Nuhr war hier, als ihn noch kaum jemand kannte“, erinnert sich Gehring. 

Und Inge Zensen hat auch für das kommende Jahr ein starkes Kulturprogramm auf die Beine gestellt. Timo Marc gestaltet am 13. Januar das 2. Halveraner Varieté, bei dem man schon Karten für die dritte Auflage 2019 kaufen kann. Im Februar kommt „Stimmtänzer“ Martin O. Sechs Abo-Veranstaltungen, 16 weitere – Musik, Kabarett, Dauerausstellung. Halver hat viel zu bieten, doch es wird zu wenig wahrgenommen.

Kommunikationsproblem vermutet 

Gehring beschäftigt die Sachlage seit Jahren. Nachgefragt hatte im Fachausschuss Dr. Sabine Wallmann (UWG) . Und beide vermuten ein Kommunikationsproblem hinter starkem Angebot auf der einen und geringen Besucherzahlen auf der anderen Seite. „Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich da hingegangen“, sagt Wallmann. Die Information, was und wo etwas passiert, muss zum Adressaten. 

Einen Ansatz dazu gibt es seit der Sitzung vom Montag. Ein gut getimter Newsletter könnte Menschen aus Halver, aber auch aus dem gesamten oberen Volmetal und aus Lüdenscheid zu den Veranstaltungen locken. Dazu will Gehring das Gespräch mit Ulrike Tütemann, Kulturmanagerin für die vier Kommunen „Oben an der Volme“, suchen. Alternative könnte eine App für Smartphones sein. 

"Wir sind einen Schritt weiter"

Die Entwicklungskosten dafür sind allerdings noch unbekannt. „Wir sind einen Schritt weiter“, sagt Gehring im Nachgang zur Ausschusssitzung. Wenig tröstlich ist: Halver steht mit diesem Problem nicht alleine da. 

Auch im deutlich größeren Lüdenscheid bleiben bei manchen Veranstaltungen die Besucherzahlen überschaubar, meist dann, wenn sie im Vorfeld kaum oder schlecht beworben werden. 

Einen anderen Grund, warum die Reihen in Halver manchmal leer bleiben, dass nämlich die Menschen lieber von der Woche erschöpft auf Couch bleiben, will Gehring nicht gelten lassen. „Der Besuch eines Konzerts oder Kabaretts, das ist ja auch Erholung.“

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