Nach Sex-Vorwürfen: Zukunft des Priesters unklar

Das Bistum geht davon aus, dass der Priester nicht mehr in seine Gemeinde zurückkehrt. ▪

HALVER ▪ Für den derzeit freigestellten Priester gibt es in der katholischen Kirchengemeinde „Christus König“ offenbar keine Zukunft mehr. „Wir gehen davon aus, dass er nicht wiederkommen wird“, erklärte der Sprecher des Bistums Essen, Ulrich Lota, im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger.

Man werde prüfen, wie es vorerst mit der Leitung der Pfarrei weitergehen wird. „Wir gucken, wie man es mit eigenen Leuten regeln kann.“

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Soll der Pfarrer in seiner Kirchengemeinde Christus König noch eine Chance bekommen? Haben die Gemeindemitglieder Einflussmöglichkeiten?

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Mit dem Betroffenen, der in einer Online-Plattform für Homosexuelle aufgefallen ist, da er nach Partnern für Sex-Treffen gesucht haben soll, habe am Montagabend ein weiteres Gespräch stattgefunden. Ergebnis: „Wir gehen davon aus, dass er auf die Pfarrstelle verzichten wird.“ Nun solle ihm erst einmal die Gelegenheit gegeben werden, darüber nachzudenken, wie es weiter gehe mit dem Priesteramt. „Einen Priester schmeißt man nicht von jetzt auf gleich aus der Kirche“, erklärt der Sprecher. Wichtig für den Geistlichen sei, sich auf das zu besinnen, was das Priesteramt ausmacht. „Dazu gehört, dass man zölibatär lebt. Ihm wird ausreichend Gelegenheit gegeben, darüber nachzudenken.“

Unmissverständlich macht das Bistum aber klar, dass die Vorkommnisse nicht zugelassen werden können und sollen. Dies habe der Bischof klargestellt. Schreiben von Franz-Josef Overbeck an die Kirchengemeinde sind nicht vorgesehen, erklärt der Bistums-Sprecher. Der Tatbestand als solcher sei bereits öffentlich. „Das ist ein eindeutiges Fehlverhalten im priesterlichen Dienst“, unterstreicht Lota. „Daher braucht es keine Diskussionsveranstaltung.“ ▪ Von Marco Fraune

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