Öl wird weiterhin beseitigt

Nach dem Hochwasser: Krisenmanagement in der Volme

+
Öl läuft aus dem Untergraben in die Volme. Auch im Bruchstein-Gemäuer hat sich das Heizöl der Firma Lüttringhaus festgesetzt und „blutet langsam aus“, wie Thomas Schaefer von der Reinigungsfirma Lobbe sagt. Die Lobbe-Mitarbeiter sind zwei Mal in der Woche vor Ort.

Oberbrügge - Anderthalb Wochen nach dem Hochwasser in Oberbrügge wurden die überfluteten Keller leer geräumt. Bei der Beseitigung des Öls ist jedoch noch kein Ende in Sicht.

Bereit zur Abholung: Vor den Häusern an der Volmestraße in Oberbrügge stapelt sich Sperrmüll. Inventar aus den Kellern der sechs Wohnhäuser, die von Wassermassen überflutet wurden, als am Morgen des Rosenmontags der Sturm Yulia für Überschwemmungen sorgte. 

Bis zu 1,20 Meter hoch stand das Wasser in den Kellern. Darunter auch der Heizkeller der Firma Lüttringhaus, in dem die Heizöl-Tanks standen. Durch das Hochwasser im Keller lösten sich deren Befestigungen, die Tanks schwammen regelrecht auf den Wassermassen – das Öl trat aus. Die Heizflüssigkeit gelangte in den Untergraben des angrenzenden Wasserkraftwerks und fließt von dort aus noch immer in die Volme. 

Riesiges Loch im Damm

Der Grund dafür, dass überhaupt Wasser in die Keller der Firma und Wohnhäuser fließen konnte, war ein „riesiges Loch“ im Damm, wie Roland Pfeiffer, Besitzer des Wasserkraftwerks, sagt. Wie das Loch entstanden ist, sei ihm ein Rätsel. Das Kraftwerk habe er abgeschaltet, das Loch müsse er nun mit Beton verfüllen, damit sich kein Tier mehr einen Weg durch den Damm buddeln könne. 

Am Einsatztag waren Feuerwehr und THW zehn Stunden im Einsatz. Sie versuchten, die Wassermassen umzuleiten, und brachten Ölsperren in der Volme an, um das Gewässer vor der Verunreinigung zu schützen. Auch die Firma Lobbe kam mittags nach Oberbrügge, um das Öl-Wasser-Gemisch aus dem Keller der Firma abzupumpen. Doch bis heute ist kein Ende in Sicht. 

Lobbe weiterhin im Einsatz

Die Wagen der Firma Lobbe stehen noch immer an der Volmestraße. Zwei Mitarbeiter saugen das austretende Öl von der Wasseroberfläche ab und bringen immer wieder neue Ölsperren entlang der Volme an. „Das dauert noch Wochen oder Monate“, vermutet Firmeninhaber Frank Lüttringhaus. Das bestätigt auch Thomas Schaefer von der Firma Lobbe. „Das Öl blutet aus den Bruchstein-Gemäuern.“ 

Wie lange das noch der Fall und Lobbe damit im Einsatz sein wird, kann er nicht sagen. „Wir müssen das Ganze jetzt ausbluten lassen.“ Ein bis zwei Mal die Woche, so der Plan, sind Mitarbeiter der Spezialreinigungsfirma vor Ort, erneuern die Ölsperren und saugen die Heizflüssigkeit von der Wasseroberfläche ab. Im Kontakt steht die Firma auch mit dem Umweltamt des Märkischen Kreises. 

„Wir kontrollieren regelmäßig vor Ort“, sagt Mathis Schneider von der Pressestelle des Märkischen Kreises, So soll gewährleistet werden, dass Öl nicht von der Volme weitergetragen wird. Eine aufwendige Arbeit, bei der noch kein Ende in Sicht ist. Anders gehe es aber nicht, weil der Untergraben nur durch einen engen Gang schwer zu erreichen sei. 

Deshalb wird momentan Wasser in den Graben eingespült und das Öl, das dabei herausfließt, aufgefangen und abgepumpt, erklärt Mathis Schneider. Für Lobbe ist diese Art der Verschmutzung nichts Außergewöhnliches. .„Das Havariemanagment ist auf diesem Gebiet Spezialist“, sagt Schäfer. „Wir haben öfter mit solchen Fällen zu tun.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare