Nach dem Gülleskandal

Landwirte versichern: „Wir arbeiten gewissenhaft“

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Argwöhnisch betrachten nach dem Skandal manche Bürger die Ausbringung von Gülle. Das merken viele Halveraner Landwirte. Doch sie möchten nicht zulassen, dass ein „Einzelfall“ den Berufsstand in ein schlechtes Licht rückt.

Halver -  Nach dem Gülleskandal im Neyegebiet, der von einem Halveraner Landwirt ausging, haben viele Berufskollegen aus der Stadt im Grünen zusehends mit einer Verschlechterung des Rufs zu kämpfen. Man werde „kritisch“ beäugt, heißt es seitens der Landwirte – in Güllefässern vermuteten viele Bürger nun gleich die nächste Katastrophe.

Von Friederike Domke

„Wir arbeiten gewissenhaft“, sagt Thomas Apelt, stellvertretender Kreislandwirt, der für viele seiner Kollegen spricht und sich vor die Halveraner Bauern stellt. Die Landwirtschaft in Halver werde vorbildlich und seriös betrieben, es gebe keinen Grund zur Sorge und zur argwöhnischen Betrachtung.

Wenn an einer Stelle Dinge nicht rechtskonform gelaufen und Gesetze mit Absicht umgangen worden seien, wolle man sich seitens der Landwirte klar davon distanzieren. Im Falle des Landwirt Tobias Feckinghaus spricht Thomas Apelt ausdrücklich von einem „Einzelfall“. Allerdings wolle er sich aufgrund des laufenden Verfahrens nicht an Spekulationen beteiligen.

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In der Landwirtschaft müssten im Rahmen der Gesetzgebung viele Nachweise erbracht werden, um sorgfältig zu arbeiten. Es sei nicht nötig, jeden Bauern, der mit einem Güllefass unterwegs ist, zu verdächtigen. „Gülle ist ein wertvoller Nährstoff für die Pflanzen und ein natürlicher noch dazu.“ Die Landwirte in Halver seien sehr darauf bedacht, dem Boden die Nährstoffe wiederzugeben, die man ihm entzieht. In dieser Region sei es so, dass Gülle allein die erforderlichen Nährstoffe nicht abdecken könne. Deshalb benötige man zusätzlich eine mineralische Düngung. „Nährstoffeinzug und -zufuhr müssen sich die Waage halten“.

Das Kernelement eines landwirtschaftlichen Betriebes ist der Nährstoffkreislauf. „Die Gülle fällt im Stall an, wird zwischengelagert und nach den Vorgaben der Düngeverordnung auf Acker und Grünland ausgebracht. Dort nehmen die Pflanzen die Nährstoffe auf. Die Ernten vom Grünland und ein Teil des Getreides landen wieder im Futtertrog der Tiere oder gehen in die Nahrungsmittelverarbeitung. So schließt sich der innerbetriebliche Nährstoffkreislauf“, heißt es dazu seitens der Landwirtschaftskammer NRW.

Thomas Apelt hofft nun vor allem, dass dem Gülleskandal im Neyegebiet kein „blinder Aktionismus“ seitens der Behörden und der Politik folgt. „Man sollte die Geschehnisse mit Augenmaß betrachten.“ Voreilig getroffene Gesetzesverschärfungen führten nicht unbedingt zum Ziel.

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